Gestaltung eines Plakats DIN A2 einseitig bedruckt – Après-Ski-Party

In diesem Video-Training zeige ich euch den kompletten Gestaltungsworkflow eines Plakats und erläutere, welche Überlegungen noch vor der eigentlichen Gestaltung im Raum standen. Ich zeige, wo ihr die notwendigen Informationen herbekommt, wie ihr das Plakat idealerweise aufteilt, wie die Zielgruppe definiert wurde und welche druckrelevanten Parameter von Bedeutung sind. Nach der finalen Ausarbeitung in InDesign werden wir das erzeugte PDF an unsere Partnerdruckerei übermitteln und den Druckauftrag einreichen, damit wir im Nachgang beim Unboxing überprüfen können, ob das Produkt auf die Weise überzeugt, wie wir es am Desktop erstellt haben.

Druckdetails: DIN-A2, Hochformat, einseitig bedruckt, 135g/m² Bilderdruckpapier, glänzend gestrichen, keine Falzung

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Hallo meine lieben Freunde, meine lieben Freundinnen, herzlich willkommen zurück zu einer neuen Runde „Frische Printlayouts in InDesign“. Mein Name ist Stefan Riedl von PSD-Tutorials.de. Ich möchte mit euch gemeinsam dieses fantastische Plakat im DIN-A2-Format erstellen. Damit ihr euch das ein wenig plastischer vorstellen könnt, habe ich euch das Poster in einem Mockup vorbereitet.

Exakt so wird es aussehen, und ich schlage vor, wir gehen gemeinsam ganz wichtige, essenzielle Stationen dieses Plakats durch. Was habe ich mir dabei gedacht? Warum habe ich es so gestaltet? – Und vielleicht könnt ihr den einen oder anderen Tipp für euch mitnehmen, wenn ihr selbst euer DIN-A2- oder DIN-A1-Plakat gestalten werdet, je nachdem, welches Format ihr wählt. Vor der Gestaltung eines jeden Designs stehen eigentlich drei relevante Schritte …

 

Das Allererste ist wahrscheinlich, dass man sich mal die Zielgruppe definiert: Wer betrachtet denn meine Gestaltung? Gibt es dort unterschiedliche Merkmale, zum Beispiel beim Alter? Spielt der Beruf vielleicht eine Rolle, spielt das Geschlecht eine Rolle, richtet sich die Botschaft nur an Männer oder richtet sie sich auch an Frauen oder umgekehrt? Vielleicht kann man Unterschiede im Bildungsstand ausmachen. Es ist einfach wichtig, dass ihr wisst: An wen genau richtet sich eure Gestaltung? Wer betrachtet sie? Bei mehreren Zielgruppen – wenn ihr da wirklich merkt, okay, wir haben es hier mit mehreren Zielgruppen zu tun – dann ist die beste Möglichkeit, einfach eine Schnittmenge zwischen zwei Gruppen zu bilden und daraus die größtmöglichen Gemeinsamkeiten herauszuziehen.

Nicht weniger wichtig als die Frage, wer euer Layout betrachtet, ist sicherlich die Frage, wo euer Layout betrachtet wird. Bleibt denn zum Beispiel genügend Zeit, um etwas zu lesen, zu erkennen, zu erfassen? Welcher Ort? Und wie sind die Umstände, unter denen die Leute euer Design betrachten? Es wäre äußerst unsinnig, hier mit dem Kleingedruckten zu beginnen, ausladende Texte und Beschreibungen zu ergänzen oder vielleicht sogar Abriss-Coupons hinzumachen. Das ist natürlich nicht sinnvoll. Hier geht es darum, plakativ zu gestalten. Denn in der Regel ist es ja so: Man läuft durch die Fußgängerzone, man läuft durch die Stadt, steht am Busbahnhof, wartet auf ein Taxi oder sonst irgendetwas, und dann sieht man beim Vorbeigehen oder Warten mal eben kurz dieses Plakat. Das bedeutet, ihr müsst wirklich plakative, große Elemente verwenden, ihr müsst es so gestalten, dass man auch aus vielen Metern Entfernung erkennen kann, worum sich hier alles dreht. Häufig muss man auch berücksichtigen, wie die Lichtverhältnisse sind, unter denen man so etwas betrachtet. Gestaltet ihr zum Beispiel eine Getränkekarte, die irgendwo in der Diskothek ausliegt, dann tut man natürlich gut daran, wenn man die Getränkekarte auch entziffern kann, ohne jetzt ein Nachtsichtgerät aufsetzen zu müssen. Ihr müsst auf Kontraste Obacht geben.

Oder stellt euch mal folgendes Szenario vor: Ihr steht irgendwo an der Kasse. Da kann man sich doch auch fragen: „Ist mein Druckerzeugnis, das ich jetzt gestalte, zum Beispiel einsteckbar? Kann man das mitnehmen, einfach in die Jackentasche stecken wie Visitenkarten oder Flyer?“ Dort können dann ruhig ein paar Informationen mehr drauf gepackt werden, denn der Interessent kann dieses kleine Infoblättchen einfach in seine Jackentasche stecken und zu Hause am Küchentisch noch mal betrachten. Das kommt in diesem Fall natürlich zum Tragen. Ein Plakat kann man nicht einfach so mit nach Hause nehmen. Ja, okay, ist vielleicht auch ganz gut so, sonst läuft man irgendwann als Gestalter durch die Stadt, da kommen einem ständig irgendwelche Typen entgegen, die mit den von uns gestalteten Plakaten davonrennen und das Weite suchen. Na ja, das muss jetzt vielleicht nicht sein. Und genau deswegen müssen wir mit Elementen arbeiten, die wirklich schnell erfasst werden können, Datum notieren, Punkt, aus, fertig. Das muss man sich merken können.

 

Wenn uns dann also klar ist, an wen sich denn die Botschaft richtet, wie in diesem Beispiel an feierwütige Partygäste, die vom Eifer des Schneegestöbers einfach mal entspannt relaxen wollen, eine tolle Zeit auf einer Après-Ski-Party verbringen wollen, dann geht es darum, Aufmerksamkeit zu generieren.

Ich möchte euch mal was zeigen: Ich blende mal eine Ebene ein, und zwar diese hier mit dem Buchstaben „Z“. Was hat das mit dem Poster zu tun? Nun: Das menschliche Betrachtungsmuster gleicht einem Z. Man beginnt also meistens oben links, wandert rüber nach rechts und schaut sich an: „Worum geht es hier? Aha! Après-Ski-Party. Erfasst. Okay.“ Dann wandert der Blick automatisch im 45-Grad-Winkel nach links unten.

 

Dort habe ich eine Botschaft platziert, und zwar, welcher Ehrengast auf dieser Party sein wird. Dann wandert der Blick von links wieder nach rechts. Genau hier ist die Information zum Datum und zur Uhrzeit enthalten – wann das Ganze also stattfindet. Ihr tut gut daran, diesem Weg zu folgen und mit Eyecatchern zu arbeiten. Das kann zum Beispiel wie hier ein tolles Bild sein. Das können aber auch Grafiken sein, Slogans oder eine Textzeile. Es müssen einfach Schlüsselreize geschaffen werden, die Emotionen und Gefühle auslösen. Hier bekomme ja sogar ich Lust, einen Schluck zu nehmen … Wenn ihr mit solchen Eyecatchern arbeitet, dann bitte immer bezogen auf den Content. Es gibt so ein Motto, das lautet: Sex sells. Stimmt zwar irgendwie, aber der bittere Beigeschmack davon ist einfach: Es ist wenig originell. Das soll uns natürlich nicht passieren, deswegen arbeiten wir immer auf den Content bezogen.

Zu guter Letzt geht es dann an die Gestaltung. Und wenn das Medium klar ist, dann kann man auch beginnen, die ganze Fläche einmal aufzusplitten. Ich habe es in diesem Beispiel geviertelt, und zwar ein Viertel oben bei der Überschrift, ungefähr 50 Prozent nimmt der mittlere Teil ein, und noch mal 25 Prozent der Teil unten mit dem Datum. Hälfte-Hälfte-Aufteilungen sind eher nicht so spannend, gefällt einem nicht, irgendwie spricht das nicht so an.

 

Ich rate euch, entweder eine Ein-Drittel-/Zwei-Drittel-Aufteilung zu machen, wie in der Skizze hier gezeigt, oder vielleicht sogar eine Viertel-Aufteilung, wie ich es jetzt in unserem Beispiel gemacht habe.

 

Druckvorgaben für das Plakat

Jetzt sind wir so weit. Schauen wir uns mal an, wie die Druckvorgaben sind: diedruckerei.de (1) wird uns das verraten. Scrollen wir mal runter, und zwar hier unten zur Außenwerbung (2). Klar, so ein Plakat hängt meistens doch draußen. Auf Plakate (3) klicken. Da gibt es wieder unterschiedliche Varianten. Plakate, einseitig bedruckt (4) … Dann werden wir nach dem Format gefragt, ich wähle DIN A2 (5). Und dann schauen wir mal rein, was die Details zu uns sagen: Das Datenformat inklusive 2 mm Beschnittzugabe: 42,4 x 59,8 cm (6). Wir brauchen aber das Endformat – 42,0 und 59,4 cm (7).

 

Dokument einrichten

Also wechsle ich zu InDesign und erstelle ein neues Dokument. In dem Dialog für das neue Dokument deaktiviere ich die Doppelseite (1). Dafür gibt es 420 mm in der Breite und 594 mm in der Höhe (2). Wir verwenden 4 mm Abstand zu den Rändern hin (3) und machen einen Anschnitt von 2 mm (4). Und dann geht es los (5).

 

Dann teile ich mein Layout auf, indem ich Layout>Hilfslinien erstellen… wähle. Hier gebe ich bei Anzahl vier Zeilen ein, Spaltenabstand 0 mm (1). Das bestätigen (2).

Das ist die Aufteilung (3), mit der ich in diesem Beispiel arbeiten werde.

 

Unteren Rand des Plakats gestalten

Beginnen wir mit Strg+D für den Platzieren-Dialog. Da wähle ich mir diese Holztextur für den Hintergrund aus (1). Einmal hinein zoomen in den unteren Bereich und aufziehen (2). Dabei immer prüfen, dass wir hier am Anschnitt sind (Pfeil bei 3), auch auf der anderen Seite (Pfeil bei 4) … Passt.

 

Dann rücken wir den Bildinhalt noch ein wenig zurecht (1). Ich benutze die Shift-Taste und die Pfeiltaste nach oben, um den ganzen Inhalt nach oben wandern zu lassen. Dieses Bild ist von Fotolia und das habe ich da unten mit einem schwarzen Verlauf versehen. So dürfte das erst mal genügen (2). Dann können wir auch den Abstand verringern, das muss nicht so groß sein – aber bis zum Anschnitt (siehe 3 und rotes Kästchen).

Überhaupt ist das mit der Platzierung der Bilder im Nachhinein immer noch ein bisschen Feinjustierung. Da muss man hinterher ein bisschen feintunen, damit das wirklich gut aufeinander abgestimmt ist. Deswegen werde ich die Bilder erst mal provisorisch platzieren, und später können wir auch beginnen, die Erbsen zu zählen.

 

Bild platzieren

Noch einmal Strg+D. Als Nächstes werde ich mir dieses tolle Bild (1) mit der Winterlandschaft aufziehen (2) und den Rahmen bis zur Hilfslinie ziehen (3).

 

Einmal Rechtsklick, Anpassen>Rahmen proportional füllen.

 

Ich habe schon eine gewisse Vorstellung, deswegen ziehe ich das Bild gleich mal größer und verschiebe es. Auch das sollte fürs Erste genügen. Und weiter geht’s.

 

Tischdeckenmuster einbauen

Beim bestehenden Design haben wir ja jetzt dieses bayrisch anmutende Tischdeckenmuster. Das platziere ich auch einmal bei uns.

 

Also ein letztes Mal Strg+D (1). Das Bild kann ich aufziehen (2) und anpassen: Ich ziehe das Ganze bis zur Hälfte auf (3), wobei mir die Mitte auch gleich eingeblendet wird. Seht ihr diese violette Linie – das ist die Hilfslinie (bei 3).

Wenn die bei euch übrigens nicht erscheint, dann liegt das daran, dass ihr unter Ansicht>Raster und Hilfslinien die intelligenten Hilfslinien deaktiviert habt. Der Shortcut dafür lautet: Strg+U.

 

Erst mal verkleinern, sodass wir genau eine Reihe abschließen (1), auch von unten (2), und dann das Muster über dem Holz platzieren (an Kante von Pfeil bei 2). Dann hätten wir das auch. Und dann erstelle ich davon eine Kopie mit gedrückter Alt- und Shift-Taste und schiebe das nach rechts (3). Ich hätte das natürlich auch direkt alles mit einem Bild machen können, aber dann wären mir diese gemusterten Kacheln einfach zu groß. So haben wir eine schöne kleine, schlanke Anmutung. Das gefällt mir so einfach besser.

 

Das ist der Zwischenstand.

 

Text in das Plakat einfügen

Da die Hintergrundelemente nun alle bestehen, geht es zum nächsten Schritt, und genau der wird sich schon mit dem ersten großen typografischen Element befassen: Wir ergänzen nämlich die Headline. Ein Textfeld aufziehen (1). Die Einstellungen für die Schrift (2): Capture it, 320 Pt.

 

Wenn ihr euch fragt, wo ihr die Schriftart herbekommt, gibt es an der Stelle jetzt einen kleinen Quick-Tipp: Ihr könnt mal unter dafont.com gucken (1). Dort findet man freie Schriften. Wir suchen mal nach der Capture it, und dann könnt ihr sehen, dass die genau hier zum Download verfügbar ist. Oder aber ihr findet auch Schriften auf fontsquirrel.com (2) … Das ist schon eine Meisterleistung, wenn man das ohne Zungenbrecher aussprechen kann. Auch hier suchen wir die Schriftart, und auch hier gibt es sie. Auf jeden Fall könnt ihr unter diesen beiden 100 Prozent kommerziell nutzbare Schriften finden, und genau die habe ich auch in unserem Layout verwendet.

 

Jetzt braucht natürlich das Wort noch eine passende Farbe. Und die nehme ich mir mit der Pipette (1) einfach aus diesem Glas heraus. Ich denke mal hier so ein tiefer Rotton (2) … Der war zu tief, also noch einmal: Dieser in etwa (3).

Dann gehe ich auf Neues Farbfeld… (4). Ich stelle den Farbmodus auf CMYK (5), dann Hinzufügen (6) und OK (7).

 

Dann sieht das Ganze so aus (1). Da müsst ihr ein bisschen probieren, damit ihr den richtigen Ton erwischt, ich meine, dieses Glas hat ja verschiedene Farbabstufungen. Ich habe ja auch eine vordefinierte Farbe, die können wir uns mal angucken: Im bereits vorbereiteten Plakat habe ich C=22, M=100,Y=100, K=4 verwendet. Das können wir bei uns ja einfach ändern, hier einen Doppelklick drauf (2), und die Werte eingeben (3). War nah dran. Und jetzt weise ich dieses Farbfeld noch einmal zu …

 

Jetzt sehe ich, dass ich die falsche Farbe genommen hatte, das ist ja die aus der Grundeinstellung. In einem solchen Fall bietet es sich immer an, alle nicht verwendeten Farbfelder zu nehmen (1) und zu löschen (2). Dann passiert so etwas nämlich nicht.

 

Das Textfeld durch Doppelklick am Anfasser in der Größe anpassen (1). Und jetzt werde ich das mittig ausrichten, da hilft auch wieder die intelligente Hilfslinie (2).

 

Davon eine Kopie erstellen, runterziehen (1). Dann ändern wir die Schriftgröße auf 220 Pt (2) und schreiben hier rein: „Ski Party“ (3). Jetzt haben wir einen leichten Übersatz, das erkennt ihr an diesem Symbol hier (4).

Übrigens – ein kleiner Quick-Tipp: Wenn ihr nicht genau wisst, wie viel vom Übersatz denn da noch kommt, könnt ihr einfach mal Strg+Y drücken, dann bekommt ihr diesen tollen Dialog (5), der euch genau sagt, an welcher Stelle der Übersatz auftritt.

 

Dann ziehe ich das Textfeld einfach ein bisschen größer (1), richte es ebenfalls mittig aus (2) und richte noch den Abstand etwas aus (3).

Und dann erkennen wir hier deutlich eine Asymmetrie (4). Das liegt an der Laufweite dieses Wortes („Après), die noch ein bisschen angepasst werden muss. Das macht ihr hier, und zwar: um 25 verbreitern (5).

 

Die Textfeld-Größe mit einem Doppelklick hier anpassen (1), wieder mittig ausrichten (2).

 

Jetzt sieht das Ganze schon besser aus. Da kann man zum Schluss richtig detailverliebt werden, aber ich finde das so in Ordnung.

Gucken wir uns das Ganze mal aus der Vogelperspektive an. Dann offenbart sich die selbsterfüllende Prophezeiung mit den Bildern, was ich vorhin schon beschrieben habe: Die müssen natürlich angepasst werden, denn das hängt ja jetzt total im Weg rum.

 

Das stört mich schon so gewaltig, dass ich es ein klein wenig kleiner ziehen muss. Fürs Erste mal so …

 

Bild mit doppelter Kontur hinzufügen

Jetzt geht es musikalisch und sexy zur Sache, denn wir werden hier ein Bild von unserem Ehrengast platzieren. Gucken wir noch mal in die Vorlage: So sieht es aus – DJ Tessa X mit einer extrem hippen Sonnenbrille, wie man hier erkennen kann …

 

Wechseln wir mal zurück. Zunächst müssen wir einen Kreis aufziehen. Den findet ihr natürlich hier in der Sidebar (1). Einmal draufgeklickt, 94 auf 94 Millimeter einstellen und bestätigen (2). Da fehlt uns jetzt noch die passende Farbe, die ich mir kurzerhand anlege, und zwar: C=3, M=25, Y=100 und K=8. Hinzufügen, OK (3).

Nun mache ich von dem Kreis eine Kopie, also Bearbeiten>Kopieren. Dann: Bearbeiten>An Originalposition einfügen (4).

Jetzt sehen wir im Ebenen-Bedienfeld: Wir haben zwei Kreise übereinander (5). Momentan ist der obere markiert, den fülle ich mit Weiß (6). Ich reduziere ihn in den Maßen proportional von 94 auf 89 mm (7). Das ist okay. Jetzt haben wir zwei Kreise hintereinander (8).

Jetzt könnte man meinen, das wäre doch viel leichter mit einer Kontur lösbar. Richtig, aber ich möchte eine Doppelkontur haben, ich möchte nämlich eine gelbe und dann eine weiße.

 

Jetzt markiere ich den oberen Kreis, Strg+D für das Bild (1), und einfügen. Rechtsklick, Anpassen>Rahmen proportional füllen – und da ist sie (2).

Und nun können wir hier oben ganz einfach eine Kontur wählen mit Weiß und die mal schrittweise vergrößern – 10 Pt passen (3). Allerdings gefällt mir das mit dem schmalen gelben Streifen noch nicht … Also ändere ich hier noch mal die Größe (4) – so ist das schon besser (5).

 

Schräg liegenden Text einarbeiten

Ich denke mal, so können wir das lassen. Und nun markiere ich den hinteren und den vorderen Kreis, presse beides in eine Gruppe, und zwar mit Strg+G. Jetzt kann man das Ganze zusammen verschieben, ohne dass da was verrutscht. Fürs Erste kommt sie hier oben über die Linie (1).

Fehlt natürlich noch Tessas namentliche Promo, die kommt unten rein. Also mal wieder ein Textfeld aufziehen. Schrift: Eurstile LT Std, und zwar in einem recht schlanken Schnitt, Bold Condensed, mit 68 Pt Größe und in Versalien (Einstellungen bei 2).

Dann schreiben wir das Ganze rein (3). Als Nächstes kommt ein Farbrahmen in Gelb dazu (4), die Farbe der Schrift kommt auf Weiß (5).

 

Jetzt öffnen wir die Textrahmenoptionen mit Strg+B. Das heißt, wir haben hier jetzt ein Textfeld mit entsprechenden Parametern zum Anpassen. Wir werden die Abstände etwas modifizieren, und zwar: Oben kommen 3,5 mm hin, unten auch. Links setzen wir 20 mm. Wir brauchen das, um das bis außerhalb des Anschnitts ziehen zu können. Rechts kommen ebenfalls 3,5 mm (Einstellungen bei 1). Die Textausrichtung bitte zentrieren (2).

Dann einen Doppelklick darauf (3). Okay. Und jetzt haben wir einheitliche Abstände. Wir müssen nur das Textfeld noch auf die Größe anpassen, also einen Doppelklick darauf machen (4). Erledigt.

Das hat natürlich einen Grund, warum wir das mit den Abständen so aufwendig machen, denn wenn wir jetzt das Textfeld kopieren und dann einen anderen Text reinschreiben, der vielleicht etwas länger oder kürzer ist, können wir mit nur einem einzigen Klick den Rahmen auf die gleichen Maße anpassen. Das zeige ich euch jetzt.

 

Ich mache mit Alt und Shift davon eine Kopie (1). Jetzt etwas größer ziehen (2), die Schriftgröße auf 48 Pt reduzieren (3) und einfach reinschreiben: „Deutschlands bestem“ … Hier anpassen mit Doppelklick (4) … und – seht ihr, das ist genau dieser Effekt: Wir haben jetzt hier einheitliche Abstände (5), und das mit nur einem einzigen Klick. Das Gleiche mache ich hier an diesem Anfasser. Einen Doppelklick darauf (6), die Abstände von 3,5 mm bleiben immer bestehen (7). Sehr schön.

 

Ich deaktiviere das Element, indem ich auf die Montagefläche klicke. Nun kommt die dritte Farbe ins Spiel, und zwar: C=100, M=28 und das andere auf 0 (1). Hier (2) ändern wir den Hintergrund auf Weiß (3). Die Schrift mit Strg+A, alles markieren, auf Blau setzen (4).

Jetzt haben wir eine Heilige Dreifaltigkeit von Farben erschaffen: Ihr seht Rot, ihr seht Gelb, ihr seht Blau. Warum habe ich diese Farben so gewählt? Das zeige ich euch unter Fenster>Farbe>Adobe Color-Themen.

 

Exkurs: Farben mit Adobe Color Themen finden

Schaut euch das mal an (1). Wenn ich die erste Farbe, das Rot, das wir hatten, hier manuell eingebe (2), dann ist das genau dieser Rotton. Wenn ich jetzt hier oben in dem Drop-down-Menü (3) ein passendes Farbverhältnis wählen möchte – momentan steht es auf Komplementär, deswegen ist die Komplementärfarbe Grün angezeigt – wenn ich jetzt aber auf Triade gehe (4), dann schaut euch mal an, welche Farbharmonie ausgespuckt wird: Rot, ein Gelbton, den habe ich ein bisschen angepasst, und Blautöne.

 

Das heißt, dieses flotte Trio ergibt eine Farbkomposition, die eigentlich sehr positiv harmoniert, und deswegen möchte ich euch empfehlen: Arbeitet mit diesem Tool, ihr könnt da wirklich spannende Inhalte entdecken. Ihr könnt zum Beispiel Komplementärfarben entdecken. Ihr könnt monochromatisch (1), also nur einfarbig arbeiten. Ihr könnt aber auch Schattierungen wählen (2), also Abstufungen. Oder ihr könnt zum Beispiel eigene Farben entdecken. Geben wir zum Beispiel mal „Winter“ ein, dann spuckt er uns typische Winterfarben aus (3). So sieht wohl eher der Winter für die Großstädter aus (4), so sieht dann eher der Winter für die Burschen ausm Dorf aus (5). Ihr könnt die Farben mit einem Klick eurer Farbpalette hinzufügen. Jetzt versteht ihr, warum ich in diesem Beispiel die Farben Rot, Blau und Gelb gewählt habe. Rot, Blau war klar, das bringt der Hintergrund schon mit. Warum aber Gelb? – Aus der Triade heraus entnommen.

 

Text vervollständigen

Weiter geht es mit Tessa: Wieder eine Kopie davon, und da schreiben wir rein: „After-Work-DJ von“ – wieder anpassen. Noch einmal, und da schreibe ich rein: „Radio Exciting“. Das soll natürlich auch vollkommen fiktiv und erfunden sein. Jetzt haben wir das auch. Das markiere ich alles und schiebe es ein wenig nach oben (Ergebnis bei 1).

Jetzt kann ich hier oben einfach eine 6-Grad-Drehung eingeben (2), und dann müssen wir aufpassen, dass wir hier im Anschnitt bleiben (3). Das ist gewährleistet, die weiße Linie ist noch im Anschnitt. Auch hier muss allerdings noch ein bisschen feinangepasst werden.

 

Die Abstände sind zum Beispiel noch ein wenig groß, das werde ich gleich mal verändern (Abstände zwischen den Textfeldern durch Verschieben mit Shift und Pfeiltaste verringern, Ergebnis bei 1). Tessa schieben wir vielleicht noch ein bisschen weiter nach links (2), …

 

… so ungefähr. So sieht das jetzt aus.

 

Ribbon erstellen

Eine richtig fette Party ist natürlich nichts, wenn keiner weiß, wo sie stattfindet. Deswegen werden wir hier unten am Sockel bei der Holztextur jetzt ein sogenanntes Ribbon verbauen. Das ist quasi eine Schleife, so eine Art Farbband.

Dazu einfach mal das Rechteckrahmen-Werkzeug auswählen (1), bei Breite 340 mm und bei Höhe so ungefähr 55 mm eingeben. Das mit Weiß versehen und mittig ausrichten, wieder mit der intelligenten Hilfslinie (2).

Das schiebe ich noch ein bisschen höher (3). Davon erstelle ich eine Kopie und setze die ein wenig tiefer (4). Den Bezugspunkt ändere ich nach links (5) und ich setze das Ganze auf 10 mm (5).

 

Dann reduziere ich das in der Breite auf 50 mm (1). So könnte ich mir das vorstellen. Das größere Element schiebe ich mal in den Vordergrund (2).

 

Und nun brauchen wir natürlich noch ein Dreieck. Das gibt es beim Polygon-Werkzeug (1). Einmal aufziehen (2) … Angenommen, ihr braucht zum Beispiel mehr Dreiecke, dann könnt ihr auch mit den Pfeiltasten einfach mal ein bisschen rumspielen (beim Aufziehen des Dreiecks Pfeiltasten drücken, siehe 3 und 4).

Wir brauchen natürlich nur eins, das lasse ich auch gerne mal in Blau (5), drehe es aber um -90° (6) und schiebe es an diese Stelle (7) – dann passe ich es noch auf die Größe an, wie ich es brauche (7).

Und nun bemühe ich den Pathfinder, das heißt, wir markieren das blaue Dreieck und mit gedrückter Shift-Taste das Element dahinter (8). Im Pathfinder voneinander subtrahieren (9). Okay, und dann haben wir genau das, was wir brauchen (10).

 

Jetzt ziehen wir noch mal einen Rechteckrahmen auf, und der wird dann genau an dieser Stelle hier unten sein (1). Das müssen wir natürlich in der Höhe noch justieren (2). Und nun könnt ihr hier links in eurer Toolbar das Element Ankerpunkt löschen wählen – sieht so aus, wie eine Feder mit einem Minus (3). Einmal hier draufklicken (4), dann haben wir auch dieses Element.

 

Jetzt brauchen wir drei unterschiedliche Weißtöne, damit man die Plastizität und den 3D-Charakter auch erkennt. Also wähle ich als Erstes dieses Element (1), das wird ein bisschen schattiger als das normale Weiß. Also gehen wir hier mal auf 10 % bei Schwarz. Hinzufügen. Schauen wir uns das mal an (1). Ja, das kann ich mir so gut vorstellen.

Und dann wählen wir dieses Element (2), machen ebenfalls ein neues Farbfeld, und da wählen wir 20 % aus. Hinzufügen. Und dann schaut man sich das einfach mal an, ob dieser Effekt tatsächlich so ist, wie gewünscht. Sieht doch ganz gut aus, oder was meint ihr? Die zwei Farbabstufungen reißen es richtig raus und sorgen für diesen tollen Charakter.

 

Jetzt können wir beide Elemente nehmen (1) – Alt- und Shift-Taste, eine Kopie davon erstellen – hier rüberschieben (2) und einmal transformieren, also horizontal spiegeln (3). Dann noch in der Position anpassen, Obacht geben, dass die Kante wieder sitzt (4). Und dann haben wir ganz schnell einen Klon davon erstellt und unser Ribbon ist somit fast fertig.

 

Eine Kleinigkeit fehlt noch, nämlich der Schlagschatten. Also alle Elemente einmal markieren, in eine Gruppe schmeißen (1) und dann oben im Effekte-Bedienfeld den Schlagschatten auswählen (2).

Die 3,492 mm sind in dem Fall okay (3). Hier unten möchte ich es glatt erhöhen. Das kommt sehr selten vor, dass man das erhöhen muss, aber dieses Mal setze ich es auf 3 mm (4). Die Deckkraft reicht bei 50 % (5). OK (6).

 

Text auf dem Ribbon und im unteren Teil des Plakats

Dann werfen wir noch ein Textfeld obendrauf. Eurostile LT Std, Bold Condensed, Schriftgröße 120 Pt in Versalien, Farbe Rot (Einstellungen im Bild oben links). Und dann könnt ihr einfach ein Datum reinschreiben. Die zwei Schrägstriche sind ja mittlerweile voll im Trend. Die passende Uhrzeit dazu. Dann schiebe ich das einfach an diese Stelle, richte das in der Mitte aus (Ergebnis bei 1).

Auf dem Ribbon haben wir ja schon einen Schlagschatten. Ich öffne also das Effekte-Bedienfeld (2). Wenn ich auf dieses fx-Symbol gehe und die linke Maustaste gedrückt halte, ziehe ich mir diesen Effekt einfach auf die Schrift (3). Dann ist das auch da, wie deutlich zu erkennen, eine Spur zu stark (bei 3).

Also noch einmal anpassen (4), denn hier sind nämlich die 3 mm einfach zu viel. Also 1,5 mm und 1,5 mm in die Größe und den Abstand (5 und 6) eintragen. Bestätigen. Fertig (7).

 

Auch hiervon mache ich eine Kopie mit Alt und Shift (1). Die Schriftgröße kommt mal auf 80 Pt (2), dann schreibe ich rein: „Auf dem Weihnachtsmarkt in Hamburg Altona“. Gut, zentrieren das Ganze (3).

Die unwichtige Information reduziere ich in der Schriftgröße, also 50 Pt (4). Das ist auch 50 Pt (5).

Die wichtigen Informationen hebe ich nicht nur in der Größe hervor, sondern auch noch einmal farblich (6).

 

Feinabstimmungen im Layout des Plakats

Jetzt geht es im finalen Schritt eigentlich nur noch darum, dass wir hier auch Feinabstimmungen in den Abständen machen.

Das bedeutet, die beiden Elemente (Ribbon mit Text) werde ich noch ein wenig höher schieben, und auch dieses Textfeld („Auf dem Weihnachtsmarkt …“) schiebe ich etwas nach oben.

 

Nun werde ich final die Bilder verschieben: Das Erste ist die Holztextur. Ein Doppelklick auf das Bild, und dann müssen wir Obacht geben, dass wir nicht zu viel Schwarz von dem Verlauf reinbekommen. So ist das vollkommen in Ordnung. Wir sorgen auch hier für ein besseres Kontrastverhältnis. Gelb auf Schwarz lässt sich besser lesen als Gelb auf Braun.

 

Jetzt noch dieses Bild ein wenig anpassen: Ich möchte gerne die Zimtstangen hier unten (1) noch ein wenig mit im Bild haben, deswegen schiebe ich es nach oben und mache es dann aber mit dem linken oberen Anfasser und bei gedrückter Shift-Taste proportional kleiner. Ausgezeichnet.

 

Schauen wir uns das Ganze mal im Vergleich mit dem Original an … Da tut sich doch noch ein bisschen was. Den drastischsten Unterschied erkennt ihr natürlich auch sofort: In den Ecken haben wir so einen Grunge-Style. Den werden wir jetzt als Letztes einbauen.

 

Grunge-Textur hinzufügen

Wie ist der Grunge-Style entstanden? Das zeige ich euch mal in Photoshop: Im Grunde ist das nichts weiter als eine leere Ebene – dann wild mit Schwarz und ein paar Pinseln in den Ecken die eigene Note hinterlassen und als PNG gespeichert, damit die Transparenzen erhalten bleiben. Mehr ist das nicht.

 

Dann über Strg+D wieder den Platzieren-Dialog einblenden. Dort ist unsere Grunge-PNG (1). Wichtig ist dabei natürlich, dass die in einer entsprechenden Größe vorliegt, also idealerweise mit 300 dpi anlegen. Dann gehen wir auf Platzieren. Ich ziehe jetzt einfach von links oben nach rechts unten diesen Effekt. Oh, jetzt wird es so düster, als wäre der Kaminkehrer bei uns unterwegs gewesen. Das ist natürlich viel zu stark, deswegen markiere ich das PNG-Bild einmal.

Im Effekte-Bedienfeld (2) ändere ich den Mischmodus auf Ineinanderkopieren (3). Jetzt sieht das Ganze schon etwas harmloser aus. Nun ziehe ich das PNG an die richtige Stelle, denn wir wollen, dass es hinter dem Text liegt (4).

 

Dann mache ich von der Grunge-Ebene eine Kopie, also Strg+C, dann Bearbeiten>An Originalposition einfügen. Jetzt haben wir hier das Ganze noch einmal. Und bei der zweiten Ebene reduziere ich den Effekt bei der Deckkraft auf 50 % (1). Damit haben wir Double-Grunge an den Ecken.

Das sieht dann richtig verpixelt und schmutzig aus zu den Rändern hin. Schaut euch das mal an, wenn ich hier runter scrolle, auch hier unten (2, 3, 4). Gefällt mir sehr gut. Gibt dem ganzen Poster so einen letzten Feinschliff.

 

Und damit haben wir final alle Objekte verbaut.

 

Farbauftrag in InDesign prüfen

Wichtig ist aber noch eine Sache: Wenn ihr mit vielen Bildern arbeitet, Dinge übereinanderlegt und so weiter und so fort, dann wäre es ratsam, mal den Farbauftrag zu prüfen. Wir haben ja hier bei unserem Plakat DIN A2 unter Datenhinweis einen Farbauftrag von maximal 300 % (1). Wie kann man sich jetzt genau einen Farbauftrag von 300 % vorstellen? Gehen wir mal zurück zu unserem Poster und schauen wir uns das mal konkret an: Der maximale Farbauftrag errechnet sich nämlich aus der Summe der einzelnen Kanäle, also Cyan, Magenta, Yellow und Key, also das Schwarz (2). Und wir sehen auch hier immer die Prozentwerte. Also der maximale Farbauftrag darf laut unserer Druckerei 300 % haben, produktionstechnisch sind da maximal 330 % bei gestrichenem Papier und 300 % eben bei ungestrichenem Papier drin. Das hat natürlich allen voran auf die Trocknungszeit Einfluss, denn wenn diese Marke überschritten wird, kann es natürlich sein, dass die Trocknungszeit sich verlängert, und deshalb ist auch Express-Lieferung bei solchen Produkten auf jeden Fall nicht ratsam. Und obendrein kann es natürlich sein, dass die Schwarzwerte dann absaufen, das bedeutet, das wird dann so tief und so dunkel, dass man gar keine Struktur mehr darin erkennt. Wie kann man das jetzt in unserem Dokument überprüfen?

Ganz einfach, InDesign hat nämlich auch hierfür das entsprechende Tool: Unter Fenster>Ausgabe>Separationsvorschau … (3)

 

… könnt ihr in diesem Drop-down-Menü verschiedene Optionen wählen. Wir gehen mal auf den Farbauftrag (1) und geben hier 300 % (2) ein bzw. steht das schon da. Jetzt erkennt ihr: Wo könnte es kritisch werden? – Hier links und natürlich überall an den Kanten, wo wir diesen Grunge-Style verbaut haben, allerdings in einer geringen Menge, was auf jeden Fall noch tolerierbar ist.

Würden wir den Wert zum Beispiel auf 280 % reduzieren (3), dann würde das ganz klar zunehmen.

Legen wir es dagegen auf 380 % (4), seht ihr: Diese Marke überschreiten wir nirgends.

 

Ich setze das aber wieder auf 300 %. Was natürlich auch noch interessant ist: Ihr könnt hier die Separationsvorschau öffnen (1). Das bedeutet, beim Druck mit mehr als einer Farbe übergibt man der Druckerei zwar ein fertig gelayoutetes Dokument – klar, unser finales PDF, das wir exportieren – aber in der Druckvorstufenabteilung werden die Farben in die vier Grundfarben aufgespalten. Das nennt sich, wie gesagt, Separation, deswegen heißt auch dieses Drop-down-Menü Separationen. Und für jede dieser vier Grundfarben wird eine Druckplatte belichtet.

Man kann ja hier zum Beispiel mal die einzelnen Farben rausnehmen. Nehmen wir zum Beispiel die erste Druckplatte, die hat jetzt die Farbe Cyan (2). Dann würde das Ganze so aussehen. Jetzt kommt Magenta hinzu (3), also noch mal ein nennenswerter Anteil an Farbe. Dann kommt Gelb als dritte Druckplatte (4) und dann Schwarz als vierte (5).

Unser finales Produkt durchläuft also viermal den Prozess, damit jede Farbe einmal aufgetragen werden kann. Also verständigt euch mal mit eurer Druckerei, welche Vorgaben beim Farbauftrag für euch von Bedeutung sind.

 

Plakat aus InDesign exportieren

Jetzt rocken wir noch den Export über die Bühne. Also Datei>Exportieren und speichern. Dann öffnet sich der Dialog: diedruckerei.de ISO coated, das Profil haben wir ja schon angelegt (1). Also einfach ab damit. Hier oben sieht man übrigens einen Prozessbalken (2), und da diese Datei recht üppig geworden ist, kann das natürlich auch ein bisschen dauern, bis das PDF final erstellt worden ist.

 

Da ist unser PDF. Wunderbar exportiert.

 

In InDesign Auflösung überprüfen

Auch ist es ratsam, wieder mal einen Blick auf die ppi zu werfen, wie viel wir effektiv haben (1). Hier haben wir zum Beispiel 300 ppi im Original und 218 ppi durch die Reduzierung (2 und 3). Bei der Tischdecke sind es 370 ppi (4), also reicht vollkommen aus. Bei uns im Hintergrundbild liegen wir bei 190 ppi (5). Die Druckerei will von uns 200 ppi, das heißt, das Preflight-Tool von denen wird uns wahrscheinlich wieder eine Warnung geben. Allerdings halte ich das bei diesem Poster für tolerierbar, denn diese Werte sind natürlich von der Druckerei so gewählt, dass bestmögliche Qualität abgeliefert wird. Schauen wir uns noch Tessa an (6): sogar im vierstelligen Bereich mit 1036 ppi, sagen die Punkterichter. Ausgezeichneter Job …

 

Plakat zur Druckerei hochladen

Und dann würde ich vorschlagen, laden wir das Kind einfach mal hoch. In der Produktkonfiguration könnt ihr natürlich wieder euer Papier wählen. Typischerweise würde man wahrscheinlich 135 g/m² Bilderdruckpapier nehmen, aber es gibt hier noch ein ganz anderes interessantes Produkt, nämlich Affichenpapier  mit 115 g/m² (1). Was ist denn das genau? Affichenpapier – lest euch das mal durch (2): „Kann auf der spezialbeschichteten Rückseite geleimt und witterungsbeständig im Außenbereich an dafür vorgesehenen Flächen angebracht werden.“ – Okay, jetzt klingelt es auch bei uns. Das ist nämlich genau das Papier, das von Firmen verwendet wird, die dann pünktlich vor der nächsten Bundestagswahl mit ihrem Sprinter angefahren kommen, dann steigen sie zu dritt aus und beginnen, einzelne Posterteile der Spitzenkandidaten an große Werbeflächen zu kleben. Also die überkleben die vorherige Werbung. Dafür ist das nämlich gedacht, denn die Rückseite ist meist blau, um eine höhere Opazität, also Undurchsichtigkeit des Papiers zu erzielen. „Blueback“ nennt sich das Ganze … Kann man nehmen, muss man nicht. In unserem Fall wollen wir das Poster nirgendwo zum Überkleben verwenden, deswegen schließe ich das wieder und wähle dann einfach unser Bilderdruckpapier 135 g/m² (3). Das ist auch ein bisschen günstiger. Das Ganze glänzend gestrichen (4). Falzung brauchen wir nicht (5). Den Datencheck nehmen wir mit (6).

 

Dann können wir weiter zur Bestellung. Wieder die Zusammenfassung, Gutscheincode, falls man einen hat. Weiter. Noch mal die Daten, wo das Ganze hingeht. Weiter. Bezahlung setze ich auf Vorkasse. Weiter. Okay, wir akzeptieren natürlich die AGB und scrollen dann ganz runter. Ja, wir wollen mit dem Newsletter auf dem Laufenden bleiben. Und dann gehen wir auf Kaufen.

Nun kommt unser altbekannter Upload-Dialog, den rufe ich auf und dann schieben wir unser PDF einfach hoch zur Druckerei (1).

Die Datei ist oben, alles in einem Dokument (2). Hier habe ich schon angekündigt, die Auflösung unter 200 dpi (3). Das müssen wir bestätigen, tue ich an dieser Stelle (4), und ich schließe den Auftrag ab.

Alles geschafft. Jetzt bin ich mal gespannt, wie das aussieht, wenn es bei uns ankommt.

 

Unboxing des gedruckten Plakats

Im Vergleich zu den anderen Paketen, die wir ja schon ausgepackt haben, ist das hier ein bisschen üppiger, wie ihr sehen könnt. Was verbirgt sich da drin?

 

Natürlich unser Après-Ski-Poster. Ich öffne es mal … voila. Schaut euch das mal an: Da geht mir mein Herz auf als Gestalter. Wir haben hier wirklich total cool den Grunge-Effekt, der kommt hier richtig gut raus. Unsere Capture it, die wir als Schriftart genommen haben. Das sieht echt cool aus. Von der Grammatur her haben wir 135 g/m², richtig gut, das eignet sich perfekt für Poster. Und so etwas macht einfach Spaß, so was macht Laune, da merkt man einfach, dass die Arbeit, die man sich gemacht hat, wirklich in einem tollen Licht präsentiert wird. In diesem Sinne, ich bin raus, viel Spaß damit und viel Erfolg bei eurem Design.

Bildquellen: Fotolia_70518779 © Nitr – Fotolia.com, Fotolia_70821737 © Maksim Toome – Fotolia.com, Fotolia_64128806 © pico – Fotolia.com, Fotolia_14433747 © mirpic – Fotolia.com, Icons designed by Freepik – flaticon.com

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