Visuelle Hilfsmittel in InDesign – Inhaltsauswahlwerkzeug, Ebenen und Objekte sperren

In dieser mehrteiligen Tutorialserie möchte ich euch einige sehr nützliche Tipps an die Hand geben, mit denen euch das Layouten in InDesign leichter fallen wird. In diesem Teil möchte ich auf drei wesentliche Hilfen beim Umgang mit Objekten eingehen: Inhaltsauswahlwerkzeug, Objekte sperren und das Nutzen von Ebenen. Bildquelle: Fotolia_56962854 © Coloures-Pic

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Das Szenario ist bekannt, ihr habt einige Bilder auf eurer Arbeitsfläche platziert und beginnt nun mit zügigen Bewegungen das Dokument einem Feinschliff zu unterziehen. Ist es euch dann schon einmal passiert, dass ihr beim flinken Umgang in InDesign aus Versehen Bildinhalte verschoben habt? Dies kann mehrere Gründe haben. Einige möchte ich euch aufzählen und Lösungen dafür vorschlagen.

Das Inhaltsauswahlwerkzeug (Donut)

Ärgerlich, denn man fühlt sich ständig genötigt, die Kombination Strg+Z in seine Tastatur zu hämmern. Der Grund dafür liegt in folgendem Umstand: Wird ein Bild in InDesign platziert, erstellt die Software automatisch einerseits einen Grafikrahmen, der durch blaue umrahmende Linien hervorgehoben wird. Darin liegt das Bild und dieser Rahmen ist auch vollkommen flexibel. Er kann beliebig in der Größe variieren und angepasst werden.

Ein Doppelklick auf das Bild zeigt uns nun den Bildinhalt. Während der Grafikrahmen wie ein klassischer Bilderrahmen fungiert, kann der Bildinhalt dahinter frei verschoben oder in seinen Ausmaßen angepasst werden. Ist nun der Rahmen oder der Inhalt angewählt? Dies erkennt man an der Farbigkeit der Linien. Beim Inhalt sind die umrandenden Linien orange-braun.

Ist man nun zügig unterwegs, kommt es leider aufgrund der Gewohnheit vor, dass der Bildinhalt ungewollt seine Position verlässt und an einer anderen Stelle wieder auftaucht. Grund dafür ist das seit InDesign CS5 eingeführte Inhaltsauswahlwerkzeug, das sich in der Mitte eines jeden Bildes befindet. Dieses Werkzeug wird in Form von zwei konzentrischen Kreisen mittig dargestellt und gerne unter den Anwendern als “Donut” bezeichnet, was selbstverständlich auf seine Form zurückzuführen ist.

Eigentlich ist das Inhaltsauswahlwerkzeug dafür gedacht, den Anwendern den Weg zum Direktauswahlwerkzeug (weißer Pfeil in der Werkzeugleiste) beim zügigen Arbeiten komplett zu sparen. Der Cursor verändert sich in ein Handsymbol.

Anschließend kann mit einem Klick auf das Inhaltsauswahlwerkzeug der Inhalt ausgewählt (wie der Name schon sagt) und zum Beispiel verschoben werden – OHNE dass das für gewöhnlich aktivierte Auswahlwerkzeug abgewählt werden muss.

Da sich der Donut, Pardon, ich meine das Inhaltsauswahlwerkzeug einer äußerst prominenten Position erfreut, nämlich der Mitte eines jeden Bildes, kommt es umso häufiger vor, dass man dieses anwählt und den Bildinhalt ungewollt verschiebt.

Was tun? Im Prinzip gibt es nun zwei Möglichkeiten. Erstens: Man gewöhnt sich in seinem Verhalten um, sodass man schon unterbewusst ein Bild stets an den Ecken anwählt, oder man legt dem Werkzeug einfach das Handwerk, indem man es abschaltet. Wählt dazu Ansicht>Extras>Inhaltsauswahlwerkzeug ausblenden und schon hat der Spuk ein Ende. Selbstverständlich könnt ihr das Tool über den gleichen Weg auch wieder zurückholen.

Einzelne Objekte sperren

Manchmal kommt es auch vor, dass man mehrere Objekte markieren möchte, indem man mit der gedrückten Maustaste ein Rechteck aufzieht. Doch ebenso häufig hat man ein Hintergrundbild bereits platziert, das beim Aufziehen einer Auswahl immer mit von der Partie ist.

In meinem Beispiel wollte ich die dunkle rechteckige Box und das darüber liegende Textfeld markieren und an eine andere Position verschieben. Leider hab ich auf die Schnelle das erwähnte Aufmacherbild somit mit verschoben.

Wenn euch dies ähnlich häufig passiert und es euch stört, dass ihr per Auswahlrechteck immer Elemente anwählt, die eigentlich schon längst ihren Platz gefunden haben, dann könnt ihr diese Elemente ganz einfach sperren. Ein Rechtsklick auf das Element öffnet das Kontextmenü, in dem ihr den Punkt Sperren auswählt. Alternativ könnt ihr auch den Shortcut Strg+L (Lock) wählen und schon ist euer Bild fest an Ort und Stelle verankert. Dies geht natürlich auch mit allen Objekten auf eurer Arbeitsfläche.

Nun zieht ihr erneut einen Rechteckrahmen über die gewünschten Objekte und könnt dann nach Belieben einen neuen Ort für sie wählen. Der Hintergrund bleibt von der Auswahl vollkommen unberührt, was den Workflow maßgeblich beschleunigen kann.

Um die gesperrten Elemente wieder aus ihrer Verankerung zu lösen, öffnet ihr einfach das Ebenen-Bedienfeld. Klickt nun auf den kleinen Pfeil links neben dem Ebenennamen und alle einzelnen Objekte (oder auch Gruppen) werden aufgeführt. An dem Schlosssymbol erkennt ihr, welche Objekte gesperrt sind, und könnt diese mit einem einfachen Klick wieder entsperren.

Ebenso könnt ihr auf den Ebenen auch Objekte vorübergehend mithilfe des Augensymbols (Strg+3) ausblenden, womit wir auch schon beim nächsten Tipp wären.

Arbeiten auf unterschiedlichen Ebenen

Das Ebenenprinzip dürfte den meisten von euch bereits aus Photoshop bekannt sein. Ähnlich verhält es sich auch in InDesign. Ihr könnt auf eurer aktuellen Ebene Objekte platzieren und bearbeiten und ihr könnt euch neue Ebenen erstellen. Klickt dazu einfach auf das Neu-Symbol am unteren Rand des Bedienfelds (neben der Mülltonne), um eine weitere Ebene hinzuzufügen, oder nutzt das Kontextmenü des Bedienfeldes.

Die Ebenen können selbstverständlich in ihrer Reihenfolge völlig frei angeordnet und verschoben werden – auch Unterebenen können angelegt werden. Was an oberster Stelle liegt, überdeckt im Zweifelsfall das Darunterliegende.

Ein einfaches Prinzip mit großer Wirkung. So können zum Beispiel auf einer oben liegenden Ebene Hilfslinien gezogen oder Notizen und andere Hilfestellungen untergebracht werden. Auf einer Etage tiefer könnte zum Beispiel der Vordergrund platziert werden, darunter unterschiedliche Sprachebenen, wenn das Projekt für mehrere Sprachen aufbereitet werden muss. Danach könnte eine Arbeitsebene folgen und anschließend das Hintergrundbild. Die derzeit aktive Ebene wird im Übrigen über das Zeichenstiftsymbol hervorgehoben.

Auch weitere Dinge, die für das finale Projekt vollkommen uninteressant sind, können auf einer Ebene liegen und mit einem einfachen Klick (Augensymbol) ausgeblendet werden.

Ich hoffe, ihr konntet wieder den ein oder anderen Tipp mitnehmen und für eure eigene Arbeit integrieren. Vielen Dank fürs Lesen.

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