Visuelle Hilfsmittel in InDesign – Grundlinienraster, Textverkettungen, verborgene Zeichen

In dieser mehrteiligen Tutorialserie möchte ich euch einige sehr nützliche Tipps an die Hand geben, mit denen euch das Layouten in InDesign einfacher fallen wird. In diesem Teil möchte ich auf drei wesentliche Hilfen beim Umgang mit Texten eingehen: Verborgene Zeichen, Grundlinienraster und Textverkettungen.


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In dieser mehrteiligen Tutorialserie möchte ich euch einige sehr nützliche Tipps an die Hand geben, mit denen euch das Layouten in InDesign leichter fallen wird. In diesem Teil möchte ich auf drei wesentliche Hilfen beim Umgang mit Texten eingehen: verborgene Zeichen, Grundlinienraster und Textverkettungen.

Verborgene Zeichen einblenden

Im ersten Teil haben wir bereits einige Tricks für besseres Layouten besprochen – nämlich die Hilfslinien. Nun möchte ich im Speziellen auf die gesetzten Texte eingehen und hier ist Feingefühl und ein gutes Auge gefragt. Gerade in der Mikrotypografie (oder Detailtypografie) sollte man auf Sauberkeit achten. In meinem unten aufgeführten Beispiel ist nun eine entscheidende Hilfe deaktiviert.

Wir sehen bei diesem gesetzten Text zwar selbstredend alle Wörter und Buchstaben, aber obwohl wir uns in der Normal-Ansicht befinden, sprich in jener, in welcher wir überwiegend arbeiten, sehen wir nicht, welche Feinheiten den Text beeinflussen. Zum Beispiel wissen wir nicht, ob sich an der Stelle, wo oben der Cursor aufliegt, ein Absatz manuell gesetzt worden ist oder ein übergroßer Zeilenabstand definiert ist.

Deshalb schalten wir uns eine nützliche Funktion ein. Über Schrift>Verborgene Zeichen einblenden (Shortcut: Alt+Strg+I) können wir InDesign dazu bringen, uns die Absatzmarken, Formatierungssymbole und andere verborgene Zeichen anzuzeigen.

Dadurch werden uns Absätze nun angezeigt. Ebenso auch Silbentrennungen (Cursorposition) und für mich einen der wichtigsten Punkte, nämlich die Leerschritte. Die Leerschritte werden als kleine blaue Punkte dargestellt und das ist gerade für mich sehr wichtig, da ich oftmals mit Blocksatz arbeite und überprüfen muss, ob das etwas zu große ‘Loch’ zwischen den Wörtern aufgrund des Blocksatzes entstanden ist, oder weil aus Versehen zwei Leerschritte nacheinander folgen.

Textverkettungen einblenden

Manchmal kommt es auch vor, dass man vor einem gesetzten Text sitzt und die fortlaufenden Textfelder etwas rätselhaft erscheinen. Wie die meisten von euch wissen, wandert der Textfluss von einem Textfeld in das darauffolgende, zum Beispiel bei Seitensprüngen. Nun habt ihr sicher auch schon links oben oder rechts unten an einem Textfeld die kleinen blauen Pfeile entdeckt, die uns mitteilen, dass der Text an anderer Stelle weitergeht und mit anderen Textboxen verknüpft ist.

Ist also eine blaue Box mit einem Pfeil im Eingang versehen, wissen wir, dass der Textrahmen mit einem anderen Textrahmen davor verknüpft ist. Findet man einen Pfeil am Ausgang einer Box, bedeutet dies, dass der Textrahmen mit einem danach folgenden Textrahmen verbunden ist.

Wer nicht mühselig suchen möchte, wo der Rest des Texts abgeblieben ist, der kann sich die Suche leicht machen, indem er die Textverkettungen einfach einblendet und somit visuell sichtbar macht. Dies geht ganz einfach über Ansicht>Extras>Textverkettungen einblenden (Shortcut: Alt+Strg+Y).

Nun werden die Textbrücken zwischen den einzelnen Textfeldern durch blaue Linien dargestellt. Sie zeigen uns ganz konkret, wie der Textfluss im Dokument gesetzt worden ist. Die blauen Linien sind auch elastisch wie Gummibänder; bewege ich also ein Textfeld von seiner ursprünglichen Position an eine andere, werden die Textverkettungen ständig dynamisch angepasst.

Die Textverkettungen werden natürlich auch seitenübergreifend angezeigt, was uns einen enormen Vorteil bietet. Manchmal fragt man sich auch, wo der Text geblieben ist, bis man merkt, dass er noch in einer Textbox auf der Montagefläche liegt. ;-) Auch so etwas können uns Textfelder einfach darstellen.

Grundlinienraster einblenden

Ich verwende häufig Absatzformate, in denen alle Zeilen ‘am Raster’ ausgerichtet sind. Was bedeutet das? Und woran richtet sich das genau aus? Jedes Dokument besitzt ein Grundlinienraster, an dem sich Textzeilen ausrichten können. Dies hat den Vorteil, dass Zeilen in Spalten nicht gegeneinander verlaufen, sprich, man kann sie auf derselben Grundlinie ausrichten, um ein unruhiges Layout zu vermeiden. Auch ist dies praktisch, wenn man vermeiden möchte, dass Texte (in Büchern) auf der Rückseite durchschlagen.

Das Grundlinienraster kann auch frei in seinen Abständen definiert werden (Änderungen können in den Voreinstellungen>Raster vorgenommen werden). Gerade, wenn sich die Zeilen am Raster ausrichten, halte ich es für wichtig, dies auch anzeigen zu lassen. Aktuell könnte es bei euch vielleicht so aussehen:

Blenden wir nun das Grundlinienraster über Ansicht>Raster und Hilfslinien>Grundlinienraster einblenden (Shortcut Alt+Strg+ß) ein.

Jetzt sehen wir, dass die einzelnen Buchstaben wie in einem Bücherregal auf der Grundlinie aufliegen. Ebenso hilft es generell, den Überblick zu behalten, und lässt uns schneller gleiche Höhen ausmachen. Aber entscheidend dürfte wohl auch der Vorteil sein, dass Objekte wie Textfelder, Bilder oder Ähnliches sehr schnell auf Höhe solcher Rasterbegrenzungen ausgerichtet werden können.

Das liegt daran, dass die Ausrichtung auch mit der Funktion An Hilfslinien ausrichten verbunden ist. Wenn also diese Option aktiviert ist, werden auch Rasterzeilen als Hilfslinien ausgemacht und Elemente dort angedockt.

Das Grundlinienraster zählt für mich zu einer der wichtigsten visuellen Unterstützungen, die InDesign zu bieten hat. Ich habe die Funktion immer aktiviert. Wenn ich sie dann wirklich einmal nicht sehen möchte, wechsle ich ohnehin in den Vorschau-Modus (Shortcut W).

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