DVD-Cover und DVD-Label gestalten – Teil 1: Dokument einrichten und erste Form mit Effekten anlegen

In dieser Serie zeige ich, wie das InDesign-Training – Basics & Tricks-Cover und das Label erstellt wurden.

Im ersten Teil wird gezeigt, wie das Dokument korrekt eingerichtet wird. Danach gewähre ich einen Einblick in die PSD-Datei, die das eigentliche Cover ausmacht (Typo-Effekt im Gesicht). Dabei zeige ich auch, wie die erste Fläche mit Verlauf sowie weiteren Effekten angelegt wird.

Bildquellen: Fotolia_38487581_XL© ultramarin – Fotolia.com, Fotolia_38639708_XL© ultramarin – Fotolia.com, Fotolia_33255695_XL – © George Mayer – Fotolia.com

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Bei diesem Tutorial wird ein DVD-Cover gestaltet, welches bereits als Produktcover zum Einsatz kommt.

 

In InDesign sieht das Cover, wenn es fertiggestellt wurde, dann so aus:

 

Zuvor jedoch musst du das Stockfoto unter Umständen bearbeiten. Dazu verwendest du am besten ein Bildbearbeitungsprogramm wie Adobe Photoshop.

 

Anhand unseres Beispiels möchte ich kurz darauf eingehen, was alles an diesem Bild verändert wurde. Das Ausgangsbild war ein Stockbild aus der Bilddatenbank von Fotolia.

 

Eine der Aufgaben bestand darin, die überflüssigen Haare zu entfernen. Das wurde mithilfe eines Pinsels realisiert, indem die unerwünschten Bildbereiche grob übermalt wurden.

 

Unterhalb des Bildes wurde eine Schattierung eingefügt, die basierend auf Text und aussparenden Masken eine Art Textur ergibt.

 

Über dem Porträt wurden ein paar farbige Vektorlinien hinzugefügt.

 

Diese basieren ebenfalls auf einem eingekauften Bild.

 

All diese Ebenen wurden miteinander in Kombination gebracht. Abschließend kamen noch einige Korrekturebenen zur Farblookangleichung dazu.

 

Wichtig war uns, dass dieses Coverbild mit InDesign und der Textverarbeitung in Verbindung gebracht werden kann. Deshalb kommt dem Text eine besondere Bedeutung zu.

 

Nachdem das Coverfoto vorbereitet wurde, kann es auch schon mit der Erstellung des Dokumentes in InDesign losgehen. Starte das Programm und lege ein neues Arbeitsdokument an. Da das Cover für eine DVD-Slim-Hülle vorgesehen ist, benötigst du ein angepasstes Dokumentenformat von 265 mm in der Breite und 183 mm in der Höhe. Der Anschnitt wird auf 3 mm voreingestellt.

 

Das neue Dokument ist nun angelegt und zeigt sowohl die Arbeitsfläche in einer dunklen Linie als auch den Anschnitt.

 

Zunächst sollen jedoch die Zierelemente des Covers, zum Beispiel das "Basics und Tricks", angelegt werden.

 

Damit diese Elemente auch ordnungsgemäß platziert werden können, benötigst du noch eine kleine visuelle Hilfe. Der Bundsteg in der Mitte der DVD sollte mit 2 Hilfslinien (Position 129,3 und 135,9 mm auf der X-Achse) gekennzeichnet werden. Die genauen Maße für die Platzierung müssen im Vorfeld bei der Druckerei erfragt werden. Manche Einleger kommen auch ohne aus und werden lediglich umgeschlagen.

 

Als weitere optische Hilfe solltest du die DVD-Titelseite auch mit einer Hilfslinie belegen, die genau mittig platziert wird. Das Problem dabei ist, wie du die Mitte des Objektes ermittelst. Dazu ziehst du ganz einfach ein Hilfsobjekt in Form eines Rechtecks auf, das vom Seitenrand bis hin zur Hilfslinie des DVD-Rückens reicht. Nun kannst du eine weitere Hilfslinie in das Dokument ziehen und an der Mittelachse des Rechtecks ausrichten.

 

Diese Hilfslinie sollte automatisch in der Mitte einrasten. Falls das nicht passiert, ist die entsprechende Option in InDesign noch deaktiviert. Du kannst diese Funktion jederzeit mithilfe der Tastenkombination Strg+U oder über das Menü Ansicht>Raster und Hilfslinien>Intelligente Hilfslinien aktivieren. Nach der Platzierung der Hilfslinie kann das Hilfsobjekt gelöscht werden.

 

Nun wird der erste Eyecatcher platziert. Dazu ziehst du mit dem Rechteckwerkzeug und gedrückter Alt-Taste ein Rechteck oberhalb des DVD-Covers, beginnend von der mittleren Hilfslinie, auf.

 

Damit das Objekt nun die abgerundeten Ecken erhält, gehst du zum Menüeintrag Objekt>Eckenoptionen. Im Dialogfeld stellst du einen Eckradius von ca. 5 mm ein. Markiere die Optionsschaltfläche Vorschau, um eine Voransicht der Ecken zu erhalten. Aus dem Drop-down-Auswahlfeld kannst du für jede Ecke eine Eckform auswählen. Ist das Kettensymbol in der Mitte dieser Dialogbox aktiv, ändern sich alle Ecken gleichmäßig.

 

Du solltest dein Dokument nun speichern, falls du es bisher noch nicht getan hast.

 

Jetzt soll dieses Objekt mit einem Farbverlauf versehen werden. Dazu rufe ich zunächst die Farbfelder-Palette auf und vergewissere mich, dass die benötigten Farben angelegt worden sind. Falls nicht, kannst du ganz einfach neue Farben über das Neu-Symbol anlegen und definieren oder bestehende Farben mithilfe eines Doppelklicks editieren.

 

Eine Kopie der gerade angelegten Farbe wird erstellt. Dazu musst du lediglich das gewünschte Farbfeld auf das Neu-Symbol in der Farbfelder-Palette ziehen. Danach kannst du diese Farbe editieren und beispielsweise etwas dunkler einfärben, indem du den Schwarzanteil erhöhst.

 

Jetzt muss noch der neue Verlauf angelegt werden. In der Farbfelder-Palette befindet sich eine Schaltfläche oben rechts mit einem Untermenü. In diesem Untermenü wählst du den Eintrag Neues Verlaufsfeld.

 

In dem dann erscheinenden Dialogfeld kannst du einen Farbverlauf anlegen. Zunächst solltest du einen eindeutigen Namen vergeben. Wenn das erledigt ist, klicke einfach eine der Farbminiaturen im Verlaufsbalken an.

 

Dadurch wird das Dialogfeld Reglerfarbe aktiv geschaltet. Wähle aus dem Drop-down-Auswahlfeld nun die Farbfelder aus. Definiere durch Auswahl einer Farbe den Verlaufsbeginn.

 

Das Gleiche musst du nun noch für die gegenüberliegende Seite des Verlaufsbalkens wiederholen. Zwischen diesen beiden Farben wird eine Farbüberblendung – ein Farbverlauf – eingestellt.

 

Als Nächstes musst du in der Farbfelder-Palette die Färbeoption von Kontur auf Fläche umstellen. Klicke dazu auf die kleine Miniatur im oberen linken Bereich. Sobald das erfolgreich umgestellt wurde, färbt sich das abgerundete Rechteck mit dem neuen Farbverlauf.

Nun muss der Verlauf noch in der Verlaufsrichtung abgeändert werden. Mit dem Verlaufsfarbfeld-Werkzeug kannst du die Verlaufsrichtung neu bestimmen. Ziehe mit gedrückter Shift-Taste von oben nach unten, um einen geraden Verlauf in einem 90-Grad-Winkel zu erstellen. Achte in der Farbfelder-Palette darauf, dass die Flächenfarbe ausgewählt ist.

 

Wenn du nun die Ansicht vom Entwurfs- in den Vorschau-Modus wechselst, siehst du das Ergebnis etwas besser, da störende Hilfs-, Objekt- und Dokumentenbegrenzungslinien ausgeblendet werden.

 

Die oberen Ecken des Objektes kommen zu nahe an den druckbaren Bereich heran. Nun gibt es dafür gleich mehrere Problemlösungen. Die erste besteht darin, dass du das Objekt nach oben hin streckst.

 

Alternativ kannst du auch unter Objekte>Eckenoptionen die oberen Ecken von abgerundet auf eckig oder den Wert 0 umstellen. Dazu musst du im Dialogfeld lediglich das Kettensymbol lösen, damit jede Ecke einzeln einstellbar ist, und dann den Eckmodus anpassen.

 

Nachdem das Objekt nun fertig ausgeformt wurde, kannst du mit der Erstellung des Textinhaltes beginnen. Klicke dazu einfach in das Rechteckobjekt mit dem Textwerkzeug und trage den gewünschten Textinhalt ein.

 

Formatiere dann den Text in Schriftgröße und Schriftart. Für das Cover wurde die Schriftart Eurostile LT Std im Schriftschnitt Bold Condensed und 16 Pt Schriftgröße in weißer Farbe zentriert verwendet.

 

Der Text ist zwar schön formatiert, steht jedoch noch zu weit oben und ragt damit aus dem druckbaren Bereich. Damit das nicht so bleibt, kannst du den Textbereich mit dem Auswahlwerkzeug zunächst markieren und mithilfe des Kontextmenüs den Eintrag Textrahmenoptionen auswählen.

 

In dieser Dialogbox kannst du die vertikale Textausrichtung bestimmen. Stelle die Option auf Zentriert um, damit der Text nach unten rutscht.

 

Im Registerblatt Grundlinienoptionen kannst du zudem die erste Grundlinie des Dokumentes ändern und auf einen festen Wert einstellen. Da der Text sich im Normalfall mit der Grundlinie bewegt, kannst du hier noch einmal mit einem benutzerdefinierten Wert eine Feinjustierung vornehmen.

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