Vektorgrafiken erstellen in InDesign

In diesem Tutorial zeige ich, wie du Vektorgrafiken aus Rechtecken, Ellipsen und Polygonen erstellst, ihnen Kontur, Füllung und Eckeneffekte zuweist und sie mithilfe des Pathfinders und der Zeichenwerkzeuge miteinander zu neuen Formen zusammenfügst.

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Die Grundform einer Vektorgrafik erstellst du mit einem der Grafikrahmen-Werkzeuge – also mit dem Rechteck-, dem Ellipsen- oder dem Polygon-Werkzeug. Nach Auswahl einer Grundform (rechteckig, rund oder polygonal) kannst du in der Steuerungspalette auch schon mal eine Füll- und evtl. Konturfarbe einstellen.

Zieh dann die Form mit gedrückter Maustaste auf. Beim Aufziehen werden die Maße für Höhe und Breite in einem kleinen grauen Feld rechts neben der entstehenden Form angezeigt. Mit einem Klick in die erzeugte Form kannst du die genauen Maße auch in ein sich öffnendes Dialogfeld eintragen. Das ist besonders beim Polygon hilfreich, da hier neben Breite und Höhe auch noch die Anzahl der Seiten und der Winkel der Sternform eingestellt werden können.

Du kannst auch zuerst mit dem gewählten Werkzeug auf die Seite klicken, um gleich zu Beginn in Einstellungen in diesem Dialogfeld vorzunehmen.

Mit gedrückter Umschalt-Taste werden Breite und Höhe der Form gleich groß – d. h. Quadrat, Kreis oder gleichmäßiger Stern bzw. Polygon. Mit gedrückter Alt+Umschalt-Taste entsteht die Form gleichmäßig aus der Mitte heraus.

Die Stärke und Farbe der Kontur sowie den Konturenstil stellst du am schnellsten in der Steuerungspalette ein.

Mithilfe des Konturen-Bedienfeldes (Menü Fenster>Kontur oder F10) kannst du außerdem auch die Ausrichtung – außen (umschließt die Form, ohne sie zu überlappen), mittig (die Hälfte der Konturstärke überlappt die Form, die andere Hälfte umschließt sie) und innen (die Kontur überlappt die Form in ihrer ganzen Stärke) – einstellen.

Bewegst du den Mauszeiger mit dem Auswahl-Werkzeug an einen Eckpunkt des markierten Objektes, so wird dieser zu einem gebogenen Doppelpfeil. Damit kannst du das Objekt um seinen Mittelpunkt drehen. Je weiter du dich dabei vom Objekt entfernst, umso kleiner wird der Winkel, in dem gedreht wird und umso genauer kannst du die Drehung durchführen. Mit gedrückter Umschalt-Taste erfolgt die Drehung in 45-°-Schritten. Soll der Winkel ein exaktes Maß erhalten, so wähle aus dem Menü Objekt den Befehl Transformieren>Drehen.

Die Transformation wie das Drehen oder Skalieren eines Objektes erfolgt immer von dem in der Steuerungspalette gewählten Bezugspunkt aus.

Außer aus Rahmenformen kannst du eigene Vektorgrafiken aber auch aus Fonts erstellen. Markiere einen beliebigen Buchstaben und wandle ihn über das Menü Schrift in Pfade um (Shortcut Umschalt+Strg+O).

Der Buchstabe erhält daraufhin Ankerpunkte und kann als Vektorgrafik beliebig verschoben, skaliert eingefärbt oder gedreht werden.

Aus Standardformen wie bspw. einem Rechteck lassen sich über Eckeneffekte völlig neue Formen entwickeln. Wähle aus dem Menü Objekt den Eintrag Eckenoptionen.

Nun kannst du nach Aufheben der Verkettung den Ecken unterschiedliche Formen zuweisen. Wählst du z. B. für zwei diagonal gegenüberliegende Ecken eine abgerundete Ecke mit einem hohen Wert, so entsteht eine blattähnliche Form.

Willst du eine derart gestaltete Form öfter anwenden, so lässt sich ein Objektformat anlegen, das all die gewünschten Eigenschaften wie Eckenoption, Füllfarbe, Kontur, Effekte etc. enthält. Willst du die Form als Textbox verwenden, so kannst du auch ein Absatzformat zum einheitlichen Formatieren des Textes einbinden.

Markiere dazu das Objekt, öffne das Objektformate-Bedienfeld über das Menü Fenster>Formate (Strg+F7), und klicke auf die Schaltfläche Neues Format erstellen.

Öffne danach das neu angelegte Objektformat 1 mit einem Doppelklick und vergib einen aussagekräftigen Namen dafür. Die am Objekt vorgenommenen Einstellungen sind bereits hier gespeichert und können weiter angepasst oder mit Effekten erweitert werden.

Die Grundattribute werden für das gesamte Objekt eingestellt, die Effekte können differenziert für Objekt, Kontur, Fläche und Text zugewiesen werden. Eine neu aufgezogene Form erhält nun mit einem Klick die im Objektstil gespeicherten Eigenschaften.

Markierst du ein Objekt mit dem Direktauswahl-Werkzeug (A), kannst du es mit der Maus an einem Ankerpunkt anfassen und diesen mit gedrückter Maus verschieben. Dadurch kann die Form modifiziert werden.

Auch dieses veränderte Objekt kannst du nun noch zusätzlich über die Eckenoptionen weiter bearbeiten. Für die Bearbeitung der Ankerpunkte stehen dir natürlich auch sämtliche unter dem Zeichenstift zusammengefassten Werkzeuge zum Hinzufügen, Entfernen und Richtungspunkt umwandeln zur Verfügung, mit deren Hilfe sich eine Form beliebig an deine Wünsche anpassen lässt.

Eine gute Hilfe beim Bearbeiten der Knotenpunkte bietet auch der Pathfinder. Du öffnest ihn über das Menü Fenster>Objekt und Layout.

Der Pathfinder bietet u. a. die Möglichkeit, Knotenpunkten auf einer Kontur eine andere Charakteristik zu verleihen. Du kannst damit z. B. einen einfachen Eckpunkt in einen symmetrischen Kurvenpunkt umwandeln. Markiere dazu den betreffenden Ankerpunkt mit dem Direktauswahl-Werkzeug (A) und klicke dann im Pathfinder im Bereich Punkt konvertieren auf die entsprechende Schaltfläche.

InDesign zeigt jeweils eine Beschreibung in einer kleinen Quickinfo an, wenn du mit der Maus darüber gehst. Der Punkt erhält nun Tangenten als Anfasser, die du mit der Maus ziehen und verschieben und damit Kurven erzeugen kannst. Mit einem Klick auf Einfacher Eckpunkt wandelst du unschöne Kurven umgekehrt einfach wieder um.

Der Pathfinder bietet darüber hinaus weitere interessante Möglichkeiten, komplexe Vektorgrafiken zu konstruieren:

In der Zeile Pathfinder des gleichnamigen Bedienfeldes finden sich Schaltflächen, mit denen du aus zwei sich überlappenden Formen auf ganz unterschiedliche Art und Weise EINE neue erzeugen kannst. Voraussetzung dafür ist immer, dass beide Formen mit dem Direktauswahl-Werkzeug (A) markiert sein müssen (sodass die Ankerpunkte der Konturen sichtbar sind).

Willst du z. B. einer bereits bestehenden Form noch eine zweite hinzufügen (z. B. einen Kreis irgendwo anflanschen), dann positioniere zunächst das Objekt an die gewünschte Position, markiere es dann mit dem Direktauswahl-Werkzeug (A) und klicke zusätzlich mit gedrückter Umschalt-Taste (Mehrfachauswahl) das zweite Objekt.

Nach einem Klick auf die Schaltfläche Addieren des Pathfinders verschmelzen die beiden Formen zu einer.

Umgekehrt kannst du mit Subtrahieren den von einer zweiten Form überlappten Bereich der darunterliegenden Vektorgrafik quasi ausstanzen. Dadurch wird es möglich, mit einem geringen Aufwand komplexe und dennoch symmetrische Formen zu erzeugen.

Mit Schnittmenge bilden bleibt nur der sich überlappende Teil zweier oder mehrerer Formen übrig. Weiterhin kannst du die Überlappung ausschließen oder auch ein im Hintergrund liegendes Objekt vom dem darüber befindlichen abziehen.

Möchtest du die zwei Endpunkte eines offenen Pfades wieder zu einem geschlossenen verbinden, so markiere diese mit dem Direktauswahl-Werkzeug und klicke auf Pfad verbinden im Pathfinder. InDesign führt die beiden Ankerpunkte daraufhin aufeinander zu und verbindet sie zu einem, sodass eine geschlossene Form entsteht.

Auf diese Weise lässt sich eine Vielzahl grafischer Formen herstellen.

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