Bilder platzieren, einpassen und einfärben in InDesign

In diesem Tutorial zeige ich, wie du Bilder auf unterschiedlichen Wegen in deinem Dokument platzierst, sie in Bildrahmen einpasst, skalierst und Graustufenbildern durch Einfärben sowohl des Vorder- als auch des Hintergrundes interessante Effekte verleihst.

Bildquellennachweis:

http://de.fotolia.com/
http://archaeopteryx-stocks.deviantart.com

(_5010228, Flower_in_a_tumble, _MG_7164, old_treeblunt_by_archaeopteryx, _MG_6275, IMG00013, Trees_in_the_fog3, IMG_6619, _5010225, Yellow_rose_by_archaeopteryx, Apfelbluete, Autumn2, Flower_orange3, _6130716, blue_flower, Flower_orange, _6160849)

Uli Staiger:
Sturm

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Der klassische Weg, Bilder oder Grafiken in einem Dokument zu platzieren, besteht darin, zunächst mit dem Rahmenwerkzeug einen Platzhalter aufzuziehen und anschließend über das Menü Datei>Platzieren oder den Shortcut Strg+D die Bilddatei im Quellordner auszuwählen und mit einem Doppelklick dort zu platzieren.

Ebenso ist es umgekehrt möglich, zuerst den Befehl zum Platzieren zu geben und anschließend mit dem im Mauszeiger geladenen Bild einen Bildrahmen aufzuziehen. Beim Loslassen wird das Bild dann darin eingefügt.

Auf diese Weise kannst du auch mehrere Bilder gleichzeitig auswählen. Sie werden alle in den Mauszeiger geladen und können nacheinander platziert werden. Die Reihenfolge kannst du über die Pfeiltasten ändern. Der Rahmen richtet sich beim Aufziehen nach den Proportionen des aktuell geladenen Bildes.

Um ein Raster mehrerer gleichgroßer Platzhalterrahmen auf einer Seite anzulegen, ziehst du mit gedrückter Maustaste mit dem Rahmenwerkzeug über den gesamten Bereich, in dem die Abbildungen platziert werden sollen, und hältst dann weiterhin die Maustaste gedrückt.

Nun kannst du unter Zuhilfenahme der Pfeiltasten diesen Bereich sowohl horizontal als auch vertikal in gleich große Platzhalterrahmen aufteilen.

Die Pfeil-nach-rechts-Taste erzeugt jeweils einen weiteren Rahmen auf der X-Achse, der sich den vorhanden Raum mit dem oder den vorhandenen Rahmen gleichmäßig teilt und die Pfeil-nach-oben-Taste tut das Gleiche auf der Y-Achse.

 

Auf diese Weise lassen sich ganz schnell perfekt ausgerichtete Bildrahmen-Raster anlegen.

 

Für ein intuitiveres Arbeiten kannst du auch die in InDesign integrierte Minibridge benutzen. Du öffnest sie über das Menü Fenster.

Klicke auf das Symbol für Dateien durchsuchen und suche in der Verzeichnisstruktur den Quellordner für die zu platzierenden Bilddateien.

 

Die Dateien werden in der Minibridge als Vorschaubilder angezeigt. Die Größe dieser Vorschau lässt sich über einen Schieberegler am unteren Rand stufenlos einstellen.

 

Um Details eines in der Vorschau markierten Bildes besser beurteilen zu können, kannst du es dir mit einem Druck auf die Leertaste auch im Vollbildmodus anzeigen lassen.

Über die Schaltfläche Ansicht in der Symbolleiste der Minibridge kannst du die Bilder auch in einer Diashow im Vollbildmodus anzeigen lassen. Noch mehr Möglichkeiten bietet der Betrachtungsmodus.

 

Hier werden als Cover Flow im Vollbildmodus die Bilder des gewählten Ordners dargestellt, durch die du mit den Pfeiltasten blätterst.

Am unteren rechten Bildschirmrand kannst du eine Lupe aktivieren, mit der du ganz genau die Details der angeklickten Stelle des Bildes betrachten kannst.

 

Mit Esc kehrst du dann wieder zur vorigen Ansicht zurück. Die Bilder können jetzt per Drag&Drop in die Bildrahmen gezogen werden. Du kannst auch mehrere markieren und mit gedrückter Maustaste ins InDesign-Dokument ziehen. Sie sind jetzt alle im Mauszeiger geladen und das aktuelle Bild wird in einer kleinen Miniatur angezeigt.

Eine kleine in Klammern dargestellte Zahl zeigt dabei die Anzahl der im Stapel enthaltenen Bilder an. Mit einem Klick in einen Bildrahmen wird das aktuelle Bild platziert und das nächste erscheint als Miniatur am Mauszeiger. Die Bilder können dann sukzessive in den Rahmen platziert werden.

 

Da die Größe des Bildrahmens und die Originalgröße des Bildes in den seltensten Fällen genau übereinstimmen, stellt sich die Frage, was sich wie woran anpasst. Ohne weitere Einstellung wird das platzierte Bild standardmäßig in Originalgröße an der oberen linken Ecke des Rahmens ausgerichtet.

Das Verhältnis der Größe des Bildrahmens zur Originalgröße des platzierten Bildes kannst du leicht durch einen Klick mit dem Direktauswahl-Werkzeug (A) feststellen. Während der Platzhalterrahmen in der Standardeinstellung mit einer blauen Linie markiert wird, wird das platzierte Bild von einer braunen Linie eingefasst.

 

Um das Bild nun im Rahmen einzupassen, gibt es die sogenannten Rahmeneinpassungsoptionen. Sie befinden sich im Menü Objekt>Anpassen oder in der Steuerungspalette als Symbole. Diese sind allerdings kontextsensitiv und werden erst nach dem Markieren eines oder mehrerer Rahmen mit dem Auswahl- oder Direktauswahl-Werkzeug sichtbar.

 

Folgende Einpassungsoptionen sind nun anwendbar:

Rahmen proportional füllen
Ändert die Größe des Inhalts, sodass er den gesamten Rahmen ausfüllt, wobei die Proportionen des Inhalts beibehalten werden. Die Abmessungen des Rahmens werden nicht geändert. Wenn Inhalt und Rahmen unterschiedliche Proportionen aufweisen, wird der Inhalt vom Begrenzungsrahmen des Rahmens beschnitten.

Inhalt proportional anpassen
Ändert die Größe des Inhalts unter Beibehaltung der Proportionen des Inhalts so, dass er in den Rahmen passt. Die Abmessungen des Rahmens werden nicht geändert. Haben der Inhalt und der Rahmen unterschiedliche Proportionen, entsteht Leerraum.

Inhalt an Rahmen anpassen
Ändert die Größe des Inhalts so, dass er in den Rahmen passt, wobei sich auch die Proportionen des Inhalts ändern können. Der Rahmen ändert sich nicht, aber der Inhalt kann gedehnt werden, falls Inhalt und Rahmen unterschiedliche Proportionen aufweisen.

Rahmen an Inhalt anpassen
Passt die Größe des Rahmens an den Inhalt an. Die Proportionen des Rahmens werden ggf. an die Proportionen des Inhalts angepasst. Dies ist nützlich, wenn du einen versehentlich geänderten Grafikrahmen zurücksetzen möchtest.

Inhalt zentrieren
Zentriert den Inhalt in seinem Rahmen. Die Proportionen des Rahmens und des Inhalts werden beibehalten. Die Größe von Inhalt und Rahmen sind unverändert. Durch die Befehle zum Einpassen werden die äußeren Kanten des Inhalts an die Mitte der Kontur des Rahmens angepasst. Wenn der Rahmen eine breite Konturstärke hat, werden die äußeren Kanten des Inhalts verdeckt.

Automatisch einpassen
Wenn du die Größe eines Bildrahmens änderst und Automatisch einpassen deaktiviert ist, ändert sich die Größe des Rahmens, während die Bildgröße unverändert bleibt. Wenn Automatisch einpassen aktiviert ist, wird die Bildgröße zusammen mit dem Rahmen geändert.

 

Wenn du ein Bild in einen Bildrahmen ziehst und die Checkbox Automatisch einpassen ist aktiviert, wird das Bild nach den hinterlegten Voreinstellungen eingepasst. Diese finden sich im Menü Objekt>Anpassen>Rahmeneinpassungsoptionen.

Hier können die oben beschriebenen Einpassungsoptionen und auch der Bezugspunkt, an dem sich das Bild ausrichten soll, eingestellt werden.

 

Mit dem Beschnittbetrag legst du die Position des Bildbegrenzungsrahmens im Verhältnis zum Rahmen fest. Bei positiven Werten wird das Bild beschnitten. Du kannst z. B. eine unerwünschte Umrandung auf diese Weise auslassen. Bei negativen Werten entsteht Leerraum zwischen dem Begrenzungsrahmen des Bildes und dem Rahmen. Auf diese Weise kannst du z. B. einen weißen Leerraum zwischen dem Bild und dem Rahmen erstellen.

 

Wenn du diese Einstellungen bei der Arbeit an deinem Dokument häufiger anwenden willst, empfiehlt es sich, dafür ein Objektformat anzulegen.

Rufe dazu über das Menü Fenster>Formate das Objektformate-Bedienfeld auf. Klicke am unteren Rand auf die Schaltfläche Neues Format erstellen.

 

Auf der Registerkarte Rahmeneinpassungsoptionen legst du die relevanten Einstellungen fest.

 

Graustufenbilder einfärben

Manchmal finden in einem Layout auch Strichzeichnungen oder Graustufenbilder Verwendung, die naturgemäß nur im Schwarzkanal Farbinformationen aufweisen.

Das lässt sich an dem schwarzen Inhalts-Farbfeld in der Steuerungspalette (wenn das Bild vorher mit dem Direktauswahl-Werkzeug markiert wurde) oder auch in der Separationsvorschau erkennen, wenn du den Schwarzkanal deaktivierst – dann verschwindet das Bild nämlich, weil ja keine Farbinformationen in den anderen Kanälen vorliegen.

 

Um ein solches Objekt bei Bedarf ein wenig in Szene zu setzen und farblich aufzupeppen, kannst du es mit jeder beliebigen Farbe einfärben. Markiere dazu das Bild (nicht den Rahmen) mit dem Direktauswahl-Werkzeug und klicke dann auf das gewünschte Farbfeld. Nun nehmen die vormals schwarzen Bildinformationen die der zugewiesenen Farbe auf.

 

Der Effekt lässt sich noch steigern, wenn du auch dem weißen Hintergrund eine Kontrastfarbe spendierst. Aktiviere dazu den Bildrahmen mit dem Auswahlwerkzeug und weise dem Hintergrund mit einem Klick auf ein Farbfeld die entsprechende Farbe zu. Auf diese Weise lassen sich eindrucksvolle Effekte in InDesign erzielen.

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