DVD-Cover erstellen

Ich erkläre in diesem Tutorial, wie DVD-Cover gestaltet und erstellt werden kann mit Adobe InDesign CS2. Quelle der Fotografien: Landespolizei M-V

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1. Neues Dokument erstellen und einrichten

Als ersten Schritt erstelle ich ein neues Dokument über Datei => Neu => Dokument (Stgr+N).

Ein gängiges DVD-Cover hat folgende Maße: 27,2 cm Breite x 18,2 cm Höhe. Für den Anschnitt berechne ich 3 mm. Der Anschnitt dient der Druckerei. Wenn die Schneidemaschine die DVD-Cover auf ihr Maß schneidet, kann es dazu führen, dass sie sich um ein wenig verschneidet und so ein weißer Druckrand zu sehen wäre. Um das zu vermeiden, werden bei zu druckenden Dokumenten in der Regel 3 mm Beschnittzugabe gegeben. (Wichtig: Beim Exportieren später diese wieder einrichten.)

Die Beschnittzugabe wird jetzt im eingerichteten Dokument mit einer rosafarbenen Linie angezeigt. Den schmalen Steg der DVD in der Mitte des Dokuments werde ich mit Hilfslinien begrenzen. Hierzu gehe ich mit dem Mauscursor in das Lineal am linken Rand und ziehe mittels Drag & Drop die Hilfslinie in die gewünschte Position. Ich orientiere mich dabei an die Angaben des oberen Lineals. Diese geben die Millimeter des Dokuments wieder. Ich wähle zur Begrenzung des Stegs für die Hilfslinien die Werte 129 mm und 143 mm.

Falls das Lineal nicht eingeblendet ist, kann es über Ansicht => Lineale einblenden (Strg+R) angezeigt werden.

2. Gestaltung des Bildes des Front-Covers

Als nächstes werde ich die rechte Seite meines Covers gestalten.

Zuerst bestimme ich mit dem Rechteckrahmen-Werkzeug (F) eine Fläche, wo das Bild platziert werden soll. Mit dem Rechteckrahmen-Werkzeug (F) ziehe ich mit gedrückter linker Maustaste meine Fläche in der gewünschten Größe auf. Die Größe kann nachträglich über die Eck- und Seitenpunkte skalieren. Hierzu ist es notwendig, mit dem Auswahl-Werkzeug (V) den Rahmen aktiviert zu haben. Es ist auch möglich, einen Rahmen nach genauen Werten aufzuziehen. Hierzu nutze ich die Rahmen-Steuerungspalette.

Wenn der Rahmen aufgezogen ist, gehe ich auf Datei => Platzieren (Strg+D) und wähle mein Bild, welches in den Rahmen angezeigt werden soll. Habe ich das Bild ausgesucht, drücke ich auf Öffnen.

Das Bild erscheint nun in dem Rahmen. Ich möchte für das Cover eine ellipsenartige Darstellung haben. Daher wähle ich jetzt Objekt => Form konvertieren => Ellipse. Dazu muss der Rahmen aktiviert sein.

Als weiteren Schritt passe ich den Bildinhalt den Rahmen an. Dazu wähle ich das Direktauswahl-Werkzeug (A) und klicke mit linker Maustaste in den Rahmen. Das Bild erscheint nun in einen braunen Transformationsrahmen. Mit gehaltener Shift-Taste ziehe ich an einen Eckpunkt und verkleinere das Bild proportional in die gewünschte Größe. Falls ich den Eckpunkt nicht sehe, weil der braune Bildrahmen über den Bildschirm hinaus geht, kann ich mit Strg+- die Anzeige verkleinern.

Der Ellipsenausschnitt im Cover soll jetzt etwas gedreht werden. Dazu klicke ich auf meinen Bildausschnitt mit dem Auswahl-Werkzeug (V), damit der blaue Rahmen wieder aktiviert ist. Anschließend gehe ich auf Objekt => Transformieren => Drehen und gebe den Wert -10 Grad ein. Jetzt dreht sich mein Rahmen. Damit der Rahmeninhalt sich nicht mitdreht, nehme ich den Haken bei den Drehoptionen raus. So dreht sich nur mein Rahmen, der Bildinhalt behält seine Ansicht.

Der nächste Schritt befasst sich mit der Kontur um der Bildellipse. Die Kontur ist in der Mitte verjüngt, daher kann ich nicht einfach zu meinem Bildrahmen die entsprechende Kontur anwenden. Ich werde extra einen transparenten Rahmen in Ellipsenform anlegen und darum eine blaue Kontur legen.

Hierzu kann ich mit dem Auswahl-Werkzeug (V) einen neuen Rahmen erstellen. Ich muss darauf achte, dass er nur ein Stück größer ist als mein gegebener Bildrahmen.

Eine andere schnelle Möglichkeit ist es, meinen Bildrahmen mit dem Auswahl-Werkzeug (V) zu aktivieren, mit Strg+C zu kopieren und mit Strg+V einzufügen. Jetzt gehe ich an einen Seitenpunkt und vergrößere die Ellipse etwas in ihrer Länge. Den Rahmen platziere ich an entsprechender Stelle. Ich verschiebe den Rahmen mit gedrückter linker Maustaste. Wenn ich den Rahmen verschieben möchte, kann ich meinen Mauszeiger entweder im Rahmeninhalt platzieren oder am Rahmenrand. Wenn der Mauszeiger nur noch die Spitze anzeigt, kann ich verschieben.

Jetzt gebe ich der Ellipse, die scheinbar eine Kontur ist, die Farbe. Dazu wähle ich, falls noch nicht geöffnet, mit F6 das Farbfenster. Ich kann jetzt mit der Maus die Farbe wählen. Das ist ebenso möglich über Fläche (X) aus der Werkzeugleiste. Dazu klicke ich doppelt und wähle im geöffneten Fenster die gewünschte Farbe C: 62 – M: 31 – Y: 0 – K: 0

Jetzt stelle ich fest, dass die blaue Ellipse die Bildellipse verdeckt. Daher ändere ich die Anordnung: Mit rechter Maustaste kann ich die Anordnung nach hinten setzen (Shift+Strg+Ö).

Wenn mir die Darstellung des Bildes mit der unterlegten blauen Ellipse gefällt, kann ich beide Rahmen gruppieren. Hierzu wähle ich beide mit dem Auswahl-Werkzeug (V) und anschließend rechte Maustaste Gruppieren wählen (Strg+G). Damit kann ich dann beide Rahmen zusammen verschieben/drehen/etc. Alle Änderungen gelten für alle Objekte innerhalb des Gruppenrahmens. (Die Gruppierung lässt sich ebenso wieder aufheben – Shift+Strg+G.)

Im nächsten Schritt werde ich mit dem Rechteck-Werkzeug (M) ein Rechteck über das Dokument von links nach rechts ziehen. Dieses dient als Führung durch das Cover und wird mit der gleichen Farbe wie bei der Ellipse gefüllt und später mit Textinhalten versehen. Zur Farbfüllung verfahre ich wieder nach dem eben beschriebenen Weg.

Jetzt folgt das Logo der Organisation auf der unteren linken Seite des Front-Covers. Ich ziehe an der gewünschten Stelle wieder mit dem Rechteck-Werkzeug (M) (oder wahlweise auch dem Rechteckrahmen-Werkzeug (F)) ein Rechteck. Dieses definiert den Bereich, indem das Logo platziert wird. Über Datei => Platzieren (Strg+D) wähle ich die Logo-Datei. In diesem Workshop ist es eine PNG.

Wenn die Datei platziert ist, kann es vorkommen, dass die Datei nicht in der gewünschten Größe angezeigt wird. Mit dem Auswahl-Werkzeug (V) transformiere ich den Rechteckrahmen; der Rahmen ist blau. Das Direktauswahl-Werkzeug (A) ermöglicht es mir, den Rahmeninhalt zu transformieren. Der Rahmen ist braun. Ich gehe mit der Maus an einen Eckpunkt des braunen Rahmens und ändere die Größe mit gehaltener Shift-Taste zur Wahrung der Proportionalität. Falls das Objekt so groß ist, dass ich kein Eckpunkt sehe, dann kann ich mit Strg+- die Ansicht verändern bis die Eckpunkte sichtbar sind.

Beim Frontcover reicht das große Ellipsenbild über den Rand (selbst den Rand der Beschnittzugabe) hinaus. Das ist aber irrelevant für den späteren Druck und eine Anpassung innerhalb der Arbeitsdatei kann daher unberücksichtigt bleiben.

Die Bildgestaltung des Frontcovers ist damit fertig.

3. Gestaltung des Backcovers.

Ich orientiere mich an den anfangs mittels der Hilfslinien und Beschnittzugabe (rosafarbene Linien) definierten Bereich und ziehe dort einen Rahmen mit dem Rechteckrahmen-Werkzeug (F). Im Anschluss platziere ich mein Hintergrundbild für das Backcover über Datei => Platzieren (Strg+D). Falls dieses nicht genau nach dem Rahmen angezeigt wird, weil es beispielsweise zu groß ist, aktiviere ich den Rahmeninhalt mit dem Direktauswahl-Werkzeug (A) und passe es über die Eckpunkte des braunen Rahmens an. Des Weiteren klicke ich auf den Bildrahmen mit rechter Maustaste (Auswahl-Werkzeug (V))und ordne es in den Hintergrund an, damit das blaue Rechteck in den Vordergrund tritt (Shift+Strg+Ö). Da die notwendigen Schritte dazu bereits oben beschrieben wurden, zeige ich nur das Ergebnis:

Als nächsten Schritt werde ich die beiden Bilder mit den abgerundeten Ecken in das Cover einfügen.

Hierzu ziehe ich wie nach bereits beschriebener Weise einen Rahmen (Rechteckrahmen-Werkzeug (F)) und platziere (Strg+D) es an geeigneter Stelle. Danach skaliere ich den Bildinhalt über die Eckpunkte.

Jetzt werde ich eine Kontur erstellen: Im Konturfenster wähle ich die Stärke 1Pt der Kontur. Danach öffne ich den Farbwähler der Werkzeugleiste und wähle die gleiche Farbe, die ich schon bei der Ellipsenkontur verwendet habe.

Mit Hilfslinien kann ich die Position des oberen Bildrandes fixieren, damit ich bei meinem zweiten Bild die gleiche Höhe einhalte. Da wiederhole ich die Schritte. Der letzte Schritt sind die abgerundeten Ecken der beiden Bilder. Diese stelle ich ein über Objekt => Form konvertieren => Rechteck mit abgerundeten Ecken

Jetzt ist das Cover von den Bildelementen vorder- und rückseitig fertig.

4. Textinhalte setzen

Die Texte können formatierte werden über die Textleiste im Kopf von InDesign. Zusätzlich sind weitere Einstellungen über die Fenster Absatz/Zeichen/Transformieren/Farbe/Kontur etc. möglich. Diese können, sofern sie ausgeblendet sind, über den Navigationspunkt Fenster aktiviert werden. Für die Einstellungen gilt fast das Gleiche wie bei Adobe Photoshop. Nur die Fülloptionen vermisst der PS-verwöhnte User.

Für die Kontur auf dem Frontcover markiere ich den Text und stelle die Konturstärke im Konturfenster und die Farbe im Farbwähler aus.

Die gekippte Schrift kann ich einstellen, indem ich den Rahmen aktiviere und über Objekt => Transformieren => Drehen den Wert 90 Grad einstelle.

An der Position der Flügel des Hubschraubers auf dem Backcover habe ich eine Fläche mit abgerundeten Ecken gelegt. Die Transparenz stelle ich über das Transparenzfenster auf 60 Prozent.

Das Problem ist, dass sich die eingestellte Ttransparenz der weißen Fläche auf eine hinzugefügte Kontur ebenso auswirken würde. So würde es quasi eine andere Farbe ergeben. Daher kann ich den Rahmen kopieren und erneut einfügen, die weiße Farbe löschen und die Kontur mit 100 Deckkraft hinzufügen. Ich habe mich aber entschieden, bei dieser Fläche keine Kontur zu wählen.

Nachdem die Texte eingefügt wurden, sieht mein fertiges Cover so aus:

5. Datei für den Druck exportieren

Ich wähle zum Export der Datei den Navigationspunkt Datei => Adobe PDF-Vorgaben => [PDF/X-3:2002]. I

Ich gebe den Namen ein, wie die PDF heißen soll und klicke auf Speichern.

Wichtig ist, dass ich beim Export die Beschnittzugabe berücksichtige. Da ich beim Dokument erstellen eine Zugabe von 3 mm gewählt habe, nehme ich diesen Wert erneut. Den Export kann ich mit den Einstellungen aus der Arbeitsdatei verbinden. Dafür klick ich in das vorgesehene Kästchen. 3 mm sind ein gängiges Maß für die Beschnittzugabe. Die Schnittmarke kann auch die Druckerei hinzufügen. Daher brauche ich diese u. U. nicht berücksichtigen beim Export.

Weiterhin überprüfe ich die Ausgabeeinstellungen. Dort achte ich darauf, dass bei der Farbkonvertierung „Keine Farbkonvertierung“ eingestellt ist. Wenn ich die Werte beibehalte, kann es passieren, dass beim Druck K unberücksichtigt bleibt, d. h. schwarz wird nicht mitgedruckt. Das Ausgabeprofil sollte CMYK Arbeitsfarbraum sein.

Jetzt kann ich die PDF exportieren und zur Druckerei schicken.

Im Zweifel wegen der Farbverbindlichkeit/des Beschnittes etc. ist es sinnvoll, sich mit der Druckerei in Verbindung zu setzen und einen Proofdruck (auch Andruck genannt) anzufordern.

Die fertige PDF sieht dann so aus:

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