Publishing: Bibliothek – Objektdatenbank für Layoutelemente, Texte und Bilder

1. Die Bibliothek in Adobe InDesign

In vielen Dokumenten gibt es für den Gestalter, dem Magazin oder dem Unternehmen wiederkehrende Gestaltungselemente – seien es layoutspezifische Rahmen oder Corporate Design-Elemente (z. B. Logo) oder dergleichen. Die Mustervorlagen reichen oft nicht aus, um den Bedürfnissen des Designers gerecht zu werden. Hierfür gibt es die InDesign-Bibliothek, um Arbeitsprozesse sinnvoll zu optimieren.

In diesem Beispiel gibt es drei Elemente, die im Magazin (in farbveränderter Form) immer wiederkehrend sind.

1: Anzeige für Rubrik des Magazins

2: Textrahmenhintergrund eckig

3: Textrahmenhintergrund mit abgerundeten Ecken und Kontur

Diese Elemente sind ebenso vorgesehen für weitere Ausgaben. Es bietet sich an, diese und weitere Grafiken als Archiv anzulegen.

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Unpraktisch wäre es, diese in einer weiteren Seite im Dokument abzulegen. Weil es ersten bei der Navigation unzureichend ist und zudem beim PDF-Export immer auf den richtigen Seitenbereich geachtet werden muss. Außerdem sind sie dann dokumentabhängig und lassen wenig Spielraum für weitere Projekte. Des Weiteren sind sie abhängig von der Verknüpfung, also dem ständigen Speicherort der Grafik.

Für das optimierte Arbeiten mit genügend gestalterischer Freiheit bietet Adobe InDesign die Bibliothek als geeignete und sinnvolle Funktion an. Die Bibliothek ist eine eigenständige Objektdatenbank innerhalb von InDesign. Hier können Rahmen, Rahmengruppen und Grafiken abgelegt und in anderen oder derselben Dateien schnell wiederverwendet werden.

Die Bibliothek ist – einmal angelegt und verwendet – bei der täglichen Arbeit kaum noch wegzudenken.

Vorteile der Bibliothek:

– sie lässt genügend Spielraum für die Kreativität und Gestaltung

– die Inhalte in der Bibliothekt sind unabhängig und nicht an Verknüpfungen gebunden

– es können sogar ganze Seiten abgelegt werden, die Schrift- und Absatzformatierungen bleiben erhalten

– die Bibliothek unterstützt neben Texte und Seiten sogar verschiedenste Dateiformate (PDF/EPS/JPG/TIFF/BMP)

– die Arbeit mit mehreren Bibliotheken (etwa thematisch unterteilt) ist möglich

– es wird sogar die genaue Platzierung aus der Dokumentquelle gespeichert, sodass in einem anderen Dokument bei Wunsch an gleicher Stelle problemlos platziert werden kann

– es gibt eine Suchfunktion für sehr umfangreiche Bibliotheken

Anwendungsmöglichkeiten:

– bei umfangreichen Dokumenten, in denen grafische Elemente immer wieder auftreten (Logos/Tabellen/Rahmenhintergründe/Organigramme/Erreichbarkeiten etc)

– als Datenbank für alle Corporate Design-Elemente des Unternehmens (Logo/Header/Symbole/Hintergrundbilder/Slogan/Mottos/etc)

– als Textdatenbank (Slogan/Werbetexte in verschiedener Länge)

– bei der Zusammenarbeit mit mehreren Mitarbeitern kann diese über ein Netzwerk verteilt werden und alle arbeiten mit den gleichen Musterobjekten

– interaktive Elemente wie Schaltflächen und Hyperlinks können ebenso in der Bibliothek abgelegt werden

2. Eine neue Bibliothek anlegen

Als erstes gehe ich auf Datei => Neu => Bibliothek. Jetzt benenne ich die Datei in Bibliothek.indl. Die Dateiendung .indl steht für InDesign-Library.

Für die Bibliothek öffnet sich jetzt ein Fenster. Das ist die Bibliothekspalette. Da diese noch leer ist, lege ich mir sie jetzt mit meinen gewünschten Objekten an. Dazu öffne ich eine INDD-Datei, die entsprechende Rahmen hat, die ich als Vorlage in der Bibliothek haben möchte.

Ich gehe zum Cover eine Magazins. Dort sind zwei Logos, die immer wieder auf die Druckerzeugnisse wiederkehren. Per Drag and Drop ziehe ich das Logo links einfach in die Bibliothekpalette. Wenn ich dabei die ALT-Taste gedrückt halte, springt sofort das Fenster für die Objektinformationen auf und ich kann das Objekt ordentlich zuordnen mit Objektname, Objektart und Beschreibung. Gute Ordnung erleichtert später die Arbeit, wenn viele Objekte in der Bibliothek sind.

Die Objektart wird in der Regel anhand des Dateiformats eigenständig von InDesign zugeordnet. Falls die Objekte keine Dateien sind, sondern Texte oder Rahmen aus dem Dokument, so wähle ich Geometrie.

Jetzt arbeite ich mich durch das Dokument nach allen Elemente, die wiederkehrend in meiner Arbeit sind. Ein Rahmen wird mit seinem gesamten Inhalt übernommen, also auch Bild- und Textelementen. Wenn ich nur den Gestaltungsrahmen wünsche, dann löse ich vorher die Gruppierung mit SHIFT+STRG+G.

Das blaue Element ist beispielsweise mit dem Text übernommen worden. Die anderen wurden ohne Bild- und Textelemente übernommen.

1: Das Symbol zeigt die Objektinformationen an. Ich muss vorher das entsprechende Objekt aktiviert haben. Ich kann aber auch mit Doppelklick auf das Objekt das Fenster mit  den Objektinformationen öffnen.

2: Durch das Fernglas kann ich die Bibliothekuntergruppe einblenden. Über dieses Symbol kann ich nach Objekten mit mehreren Parametern in der Bibliothek suchen.

3: Falls ich Objekte nicht über Drag and Drop in die Bibliothek kopieren möchte, kann ich das aktivierte Objekt auch einfach durch Klicken dieses Symbols in die Bibliothek aufnehmen. Mit gedrückter ALT-Taste öffnen sich die Objektinformationen.

4: Hiermit lösche ich Objekte wieder aus meiner Bibliothek.

5: Mit dem Palettenmenü kann ich ebenso die vorangegangen Einstellungen durchführen und die Ansicht ändern von Miniatur- in Listenansicht.

3. Die Bibliothek anwenden

Falls die Bibliothek nicht automatisch beim Öffnen von InDesign angezeigt wird, kann ich diese über Datei => Öffnen öffnen.

Ich habe jetzt eine neue Seite geöffnet. Bei der Mustervorlage fehlt das blaue Element oben, dass die Rubrik des Magazins angibt. Jetzt möchte ich es genau an der Stelle platzieren, an der es auch bei den anderen Seiten steht. So gehe ich in die Bibliothek und wähle über das Palettenmenü Objekt platzieren. Die genaue Platzierung wurde von der Bibliothek übernommen und das Element erscheint genau dort, wo ich es wünsche.

Des Weiteren möchte ich noch einen Rahmen für eine Infobox. Hierzu kopiere ich den gewünschten aus der Bibliothek per Drag and Drop einfach in die Seite hinein. Die Farben wurden genau berücksichtigt.

In der Verfahrensweise kann ich mit Drag and Drop an jeder gewünschten Stelle die Objekte aus der Bibliothek in mein Dokument einfügen. Das Praktische ist, dass sich die Bibliothek nach jeder neuen Änderung selbst speichert. Bei jedem Dokument, mit dem ich arbeite, kann ich die Bibliothek aufrufen und die notwendigen Grafiken (z. B. Logos), Texte (z. B. Erreichbarkeiten/Slogan) und Rahmen (z. B. Infoboxen/Hintergründe/Organigramme) einfach einfügen.

Mit der Bibliothek hat der Designer ein Mittel, den Arbeitsprozess nicht nur unwesentlich zu optimieren.

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