Interaktive Präsentationen mit Navigation über Schaltflächen und Anker

Kaum eine Präsentation scheint ohne Powerpoint auszukommen. Aber 80 Prozent der PP-Effekte sind überflüssig, die Formatierung der Schrift und Absätze ist ungenügend und die Gestaltung mit Bildern unzureichend.

Eine willkommene Abwechslung und ein Zeichen von Professionalität kann eine Präsentation im PDF-Format bieten.

Die Vorteile einer PDF-Präsentation liegen ganz klar im Designelement. Hierdurch kann der Präsentierende überzeugen.

Soll die Präsentation auch überraschen, dann können die Inhalte mit einer Navigation über Buttons ausgestattet werden. Eine Navigation, die zu verschiedenen Seiten führt, lässt sich über Schaltflächen und Anker (Hyperlinkziele) realisieren. Auch lassen sich Multimedia-Dateien (MPEG/Flash/WAV/etc) in die Präsentation integrieren und abspielen.

1. Präsentationdesign erstellen und Texte einfügen

Als erstes gehe ich über Datei => Neu => Dokument (STRG+N) und erstelle ein neues Dokument. Ich wähle das A4-Format quer; je nach Bildschirmgröße kann ich auch dieses variieren, etwa in Anlehnung an 1024×768. Falls die Doppelseite aktiviert ist, deaktiviere ich diese Einstellung.

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Als nächstes lege ich mir ein Design für die Präsentation an. Dazu wähle ich über das Verlaufswerkzeug einen Verlauf und einen weiteren Rahmen für einen Farbhintergrund der Schaltflächen. Eine Konturlinie mit einer Stärke von 0,25 pt trennt den Schaltflächenbereich vom Textfeld. Dieses Design habe ich in der Mustervorlage angelegt und füge die Seiten ein, die meine Präsentation benötigt.

Das Design ist natürlich nur beispielhaft und erhebt keinen Anspruch auf Güte oder Professionalität. Hier geht es nur um die Verdeutlichung der Interaktivität mittels einer Navigation.

Als nächsten Schritt beginne ich mit dem Einfügen der Präsentationstexte über das Textwerkzeug und den gewünschten Formatierungen. Des Weiteren füge ich ein.

Danach ist meine Präsentation vom Inhaltlichen fertig – in diesem Tutorial natürlich nur mit Platzhaltertexten und angedeutet.

2. Navigationsmenü einrichten

Ich werde jetzt die Seiten, die mir besonders wichtig erscheinen und in die Navigation aufgenommen werden sollen, anlegen. Dazu wähle ich mit dem Textwerkzeug einen Rahmen und benenne die Navigationspunkte. Hier: Inhalt, Organigramm und Karte.

Ich habe mich hier für Textrahmen als Navigationspunkte entschieden. Genauso gut ist es möglich, einen Farbrahmen oder ein Bild als Button zu wählen.

3. Anker festlegen

Jetzt werde ich die zu den Navigationspunkten zugehörigen Seiten mit Ankern versehen. Dazu klicke ich auf die Textebene in der Seite mit dem Inhaltsverzeichnis und mit rechten Mausklick wähle ich Interaktiv => Neues Hyperlinkziel

Der Vorteil an Hyperlinkziele besteht darin, dass nicht nur eine URL als Ziel angesteuert werden kann, sondern auch Ziele innerhalb des Dokuments, wie z. B. Textrahmen.

Adobe InDesign erkennt, auf welcher Seite der Anker gesetzt wird. Ich kann jetzt den Namen noch konkret benennen in „Inhalt“, oder auch als Namen die Seite lassen. Und das mache ich jetzt für die weiteren Seiten Organigramm und Karte.

4. Schaltflächen erstellen in der Navigation

Nun werde ich meine Navigationspunkte in Schaltflächen umwandeln. Dafür wähle ich den ersten Textrahmen an und klicke über rechte Maustaste auf Interaktiv => In Schaltfläche umwandeln.

Im Anschluss wähle ich das Status-Fenster über Fenster => Interaktiv => Status.

Dort sehe ich den Schaltflächenstatus für meinen Textrahmen.

Im Statusfenster ist meine Schaltfläche noch auf dem Status „Nicht aktiviert“. Um die Schaltfläche zu aktivieren, muss ich das Symbol neben der Mülltonne 2 mal wählen. Dadurch wird ein optionaler Status erstellt.

Meine Einstellung ist benutzerdefiniert. Ich habe noch die Wahlmöglichkeiten Schlagschatten, Schein und abgeflachte Kante. Hierdurch kann im Mouseovereffect die Farbe geändert werden etc. Allerdings sind diese Einstellungen noch etwas statisch, sodass ich keine grafischen Finessen bei der Schaltfläche wünsche. Eine Möglichkeit für die grafische Ausreizung besteht darin, in Adobe Photoshop drei Grafiken für „Nicht aktiviert“, „Cursor darüber“ und „Aktiviert“ vorzubereiten und zu importieren.

Im nächsten Schritt gehe ich über rechte Maustaste auf den Textrahmen mit der Schaltfläche auf Interaktiv => Schaltflächenoptionen oder wähle das Symbol oben rechts im Statusfenster und wähle dort die Schaltflächenoptionen.

Nun kann ich das gewünschte Verhalten einstellen. Als erstes soll meine Schaltfläche beim Loslassen des Mausklicks aktiv werden. Des Weiteren ist das gewünschte Verhalten, dass er zu der Seite mit meinen festgelegten Anker springt. Unter Anker wähle ich dann die gewünschte Seite. Dort sehe ich alle Seiten, in denen ich Hyperlinkziele (Anker) gesetzt habe. Ich wähle bei Anker „Inhalt“ aus und drücke auf Hinzufügen. Die Information erscheint dann links im Feld. Anschließend kann ich mit OK meine Eingaben bestätigen.

Die gleichen Schritte wiederhole ich jetzt für meine Navigationspunkte Organigramm und Karte.

4. Schaltflächennavigation bei allen Seiten platzieren

Momentan ist die Navigation nur sichtbar auf der ersten Seite. Ich werde im nächsten Schritt die Navigation für die weiteren Seiten anlegen. Hierzu wähle ich meine drei Navigationspunkte mit gehaltener Shift-Taste an, kopiere diese und füge diese in den nächsten Seiten wieder ein. Die Schaltflächeneinstellungen werden automatisch übernommen. Zur genauen Platzierung setze ich eine Hilflinie in meine Mustervorlage. Wenn ich mit gehaltener Shift-Taste die drei Textrahmen verschiebe, bleibt das Platzverhältnis zur Seite genau bestehen. Beim Platzieren muss ich mich nur noch zum Abstand nach oben und unten orientieren, dass durch die Hilfslinie leicht ist.

5. Zurück-Button

Falls der Referent innerhalb der Präsentation bspw. das Inhaltsverzeichnis aufruft, will er an dieser Stelle wieder zurück zu dem Punkt, bei dem er gerade in seiner Präsentation war. Daher werde ich jetzt einen Zurück-Button erstellen, der immer wieder zur vorherigen Seite führt.

Ich erstelle einen Rahmen mit der gleichen Farbe wie aus der Navigation und schreibe das Wort „back“ hinein in einem Textrahmen. Ich verfahre bei den Schaltflächeneinstellungen wie oben beschrieben, nur wähle ich bei Verhalten Gehe zu verheriger Ansicht. Dann geht die Ansicht immer zu der Seite zurück, von der ich den Navigationspunkt angewählt habe.

In der gleichen Verfahrensweise sind noch Pfeile für Weiter und Zurück oder dergleichen möglich.

Nun bin ich mit dem Erstellen der Präsentation fertig.

6. PDF-Export der interaktiven Präsentation

Wichtig ist beim Export in eine PDF-Datei, dass ich die interaktiven Objekte aktiviere.

Falls ich noch keine PDF-Vorgabe für interaktive Objekte angelegt habe, gehe ich auf Datei => Adobe PDF-Vorgaben => Kleinste Dateigröße. Im folgenden Fenster aktiviere ich unter Allgemein => Einschließen die Felder Interaktive Elemente sowie Lesezeichen und Hyperlinks. Es ergibt Sinn, diese Einstellungen als Vorgabe zu speichern. Das kann ich über Vorgabe speichern realisieren. Beim nächsten Export einer interaktiven Datei steht dann bei den Adobe PDF-Vorgaben meine Vorgabe für interaktive PDF-Präsentationen zur Verfügung.

Anschließend klicke ich auf Exportieren.

Beim Adobe Acrobat muss ich nur noch Anzeige => Vollbild (STRG+L) wählen, und meine Präsentation kann losgehen.

Interaktive Präsentationen können einen professionellen Eindruck erzeugen. Bei umfangreichen Präsentationen bietet es sich sogar aus praktischer Hinsicht an, eine Navigation zu benutzen.

Hier könnt ihr noch die erstellte PDF aus dem Tutorial anschauen.

Link: Interaktive Präsentation mit Navigation über Schaltflächen und Anker

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