Weihnachtsgrusskarte Adventsplakat erstellen und gestalten

Allgemeines

Für die Gestaltung von Flyern, Plakaten und Grußkarten ist es nicht immer notwendig, auf Adobe Photoshop oder Illustrator zurückzugreifen. Oft werden Grafiken, etwa für den Hintergrund, in Adobe Photoshop vorbereitet und anschließend in die Layoutdatei von Adobe InDesign platziert. Bei Vektorgrafiken können gelegentlich die Arbeiten mit Adobe InDesign selbst übernommen werden, mögen die Werkzeuge auch nicht so weitreichend für Illustrationen sein wie PS oder Illu.

Adobe InDesign hat ein paar Werkzeuge, die für Erstellung von Vektorgrafiken vorgesehen sind.

Vektorgrafiken haben mehrere Vorteile.

– die Dateigröße ist geringer als bei Pixelgrafiken

– die Grafiken sind unendlich nach oben skalierbar ohne Qualitätsverluste

– der Druck wird durch Vektorgrafiken optimiert

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Hintergrund und Textfläche erstellen

In diesem Beispiel möchte ich erklären, wie eine Weihnachtsgrußkarte allein durch Adobe InDesign in einem kreativen Design erstellt werden kann. Da der Hintergrund ebenso für Flyer und Plakate herhalten kann, werde ich die Datei in Größe A3 erstellen. Am Ende des Tutorials findet ihr einen Link zu den Arbeitsmaterialien (INDD/INX).

Als erstes erstelle ich eine neue Datei über Datei => Neu => Dokument (STRG+N).

In dem sich öffnenden Fenster mache ich den Haken aus „Doppelseite“ heraus und wähle das Seitenformat A3. Da der Flyer für den Druck vorgesehen ist, füge ich eine Beschnittzugabe von 3mm hinzu. Wenn das Optionsfeld für die Beschnittzugabe nicht angezeigt wird, kannst du über „Mehr Optionen“ diese anzeigen lassen. Im Anschluss bestätige ich meine Eingabe mit OK.

Die Beschnittzugabe ist immer beim professionellen Druck wichtig. Die Schneidemaschinen erhalten einen gewissen Toleranzbereich, indem sie sich „verschneiden“ dürfen. Die Grafikelemente des Dokumentes werden bis zur Beschnittlinie, die im Dokument rosafarben angezeigt wird, ausgeweitet. Beim Digitaldruck variiert die Vorgabe der Beschnittzugabe. Manche Druckereien bevorzugen einen Zugabe von bis zu 7 mm. Im Zweifel immer mit der Druckerei verständigen.

Nachdem das Dokument erstellt wurde, füge ich als erstes einen Hintergrund ein. Hierzu wähle ich das Rechteck-Werkzeug (M) und erfasse mit gedrückter linker Maustaste den gesamten Dokumentbereich einschließlich des Beschnittrandes. Das Dokument wird im Anschluss durch einen blauen Rahmen eingefasst.

Nun gehe ich mit Doppelklick in den Farbwähler der Werkzeugleiste und wähle mir einen geeigneten Hintergrundton aus.

Der Hintergrund hat nach Bestätigen die Farbe C: 26, M: 100,Y: 100, K: 20.

Die Textfläche soll aus einer hellen Ellipse bestehen, die einen durch dahinter angeordnete weitere Ellipsen auffälligen Rand hat.

Zur Erstellung der Ellipse wähle ich das Ellipse-Werkzeuge und ziehe mir eine Ellipse, die von oben nach unten über das Dokument hinaus reicht. Danach suche ich mir wieder über den Farbwähler eine geeignete Farbe aus. Bei der Farbe berücksichtige ich gleich, dass diese einen Kontrast bilden soll zum Text, der später darauf gesetzt wird. Folgende Farbe habe ich gewählt: C: 0, M: 35,Y: 35, K: 0.

Nun möchte ich, dass der Rand der Textfläche durch weitere Ellipsen einen besonderen Effekt bekommt. Dazu wähle ich meine bestehende Ellipse mit dem Auswahlwerkzeug (V) an und kopiere diese mit STRG+C und füge diese ins Dokument ein mit STRG+V. Da sich die neue Ellipse die alte verdeckt, ist es notwendig, die Anordnung zu verändern. Dazu wähle ich die aktiviert Ellipse mit rechter Maustaste an und wähle über Anordnen => Schrittweise nach hinten (STRG+Ö).

Jetzt wähle ich eine Farbe für die „Rahmen“-Ellipse über den Farbwähler.

Ich nehme die Farbe: C: 0, M: 22,Y: 22, K: 0.

Damit sich das Textfeld gut abhebt von den restlichen Ellipsen, wähle ich als Füllmethode bei dieser Ellipsen „Negativ multiplizieren“. Die Farbwerte werden nun voneinander abgezogen und mein Textfeld wird heller als die Ausgangsfarbe. Die sich darunter befindende Ellipse erhält die Füllmethode „Hartes Licht“

Nun platziere ich meine „Rahmen“-Ellipse fast genau hinter die obere Ellipse, sodass nur ein klein wenig an der linken Seite die Ellipse zu sehen ist. Im Anschluss wähle ich den oberen und unteren Seitenpunkte an und vergrößere die Ellipse etwas.

Der nächste Schritt besteht darin, eine dritte Ellipse als „Rahmen“-Ellipse hinzufügen. Dazu markiere ich die Ellipse aus dem Vordergrund, kopiere diese mit STRG+C und füge die neue „Rahmen“-Ellipse mit STRG+V ein. Ich ändere die Füllmethode von „Negativ multiplizieren“ auf „Hartes Licht“ und wähle in meinem Farbwähler die Farbe: C: 20, M: 100,Y: 100, K: 10.

Diese tiefe rot bildet einen guten Übergang von den Ellipsenformen zum Hintergrund.

Jetzt muss diese Ellipse nur noch unter die beiden bestehenden und vor die Hintergrundfläche angeordnet werden. Dafür klicke ich mit rechter Maustaste auf die Ellipse und wähle über Anordnen zwei Mal „Schrittweise nach hinten“ (STRG+Ö).

Für eine weitere kleine Variation drehe ich die Ellipse um -3 Grad mit Eingabe in die Steuerungspalette und platziere diese links von den beiden bestehenden Ellipsen.

Zur Feinabstimmung des Farbtones für die Textfeldellipse verringere ich die Deckkraft auf 60 Prozent.

Das Zwischenergebnis sieht so aus:

Weihnachtsbaum mit Sternen und Strahlen erstellen

Um thematische die Elemente voneinander zu trennen, erstelle ich als erstes eine neue Ebene mit Namen „Weihnachtselemente“. Diese Elemente erhalten einen roten Rahmen, während die Hintergrund- und Ellipsenelemente einen blauen Layoutrahmen haben.

Als erstes werde ich einen Tannenbaum erstellen. Hierzu nehme ich das Rechteck-Werkzeug (M) und ziehe eine Fläche in etwa der Abmessung, wie der Tannenbaum dargestellt werden soll. Die noch viereckige Fläche fülle ich mit der gleichen Farbe wir die zuletzt angelegte Ellipse.

Über die Pathfinder-Palette kann ich meine viereckige Fläche mit einem Klick auf das Dreieck in eine dreieckige Fläche konvertieren. (Zum Einblenden der Pathfinder-Palette wähle das Menü Fenster => Objekt und Layout => Pathfinder.)

Im Anschluss füge ich eine weitere kleine Fläche in der gleichen Farbe hinzu für den Stamm. Jetzt kann ich beide Rahmen markieren mit gehaltener SHIFT-Taste und mit rechter Maustaste gruppieren (STRG+G). Das hat den Vorteil, dass ich bei Skalieren oder Verschieben immer beide Rahmen betätige.

Nun werde ich den mit einem hellen Weihnachtsstern schmücken. Hierzu wähle ich das Rechteck-Werkzeug (M) und ziehe ein Quadrat – wichtig: SHIFT-Taste gedrückt halten – auf. Im Anschluss betätige ich wieder in der Pathfinder-Palette das Dreieck-Symbol. Dem Dreieck ordne ich über den Farbwähler folgende Farbe zu: C: 4, M: 6,Y: 10, K: 0.

Dieses Dreieck muss jetzt über den Seitenpunkt verkleinert werden, sodass das Dreieck gleichschenklig, d. h. zu allen Seiten gleich lang wird. Im Anschluss kann ich es wieder mit STRG+C und STRG+V kopieren und dem anderen Dreieck zuordnen, damit aus beiden Dreiecken ein sechszackier Stern wird. Ich kann beide Dreieck, sofern diese als Stern positioniert sind, gruppieren. Danach bietet es sich an, den Stern um 90 Grad zu drehen, sodass die beiden unteren Zacken in der Verlängerung an der Baumspitze vorbeigehen.

Nur bekommt der Stern Strahlen zu jedem Zacken. Dafür ziehe ich wieder mit dem Rechteck-Werkzeug (M) eine lange Fläche, fülle diese mit der gleichen Farbe vom Stern und wähle das Dreieck-Symbol in der Pathfinder-Palette. Die Besonderheit besteht jetzt darin, den Strahl zu jedem Zacken richtig zu positionieren. Wenn ich einen Strahl platziert habe, kann ich diesen kopieren und über die richtige Gradveränderung über die Steuerungspalette an der anderen Seite korrekt platzieren. Das mache ich jetzt mit allen drei Zacken.

Den gruppierten Weihnachtsstern kann ich wieder verwenden, indem ich diesen mit STRG+C kopiere und ein paar Mal mit STRG+V einfügen. Die eingefügten Sterne drehe ich ein wenig und verkleinere ich jeweils um ein Stück mehr. Nun platziere ich diese im Tannenbaum. Du die hellen Farbe setzen sie sich gut ab. Um noch eine Art Führung im Baum zu erreichen, füge ich zusätzlcih noch gleichgroße runde Flächen mit dem Ellipsen-Werkzeug (L) ein.

Nun empfiehlt es sich, alle Grafikelemente, die zum Tannen, dem Stern und den Strahlen gehören, zu gruppieren. Wenn ich jetzt den Baum verschiebe, passen sich die anderen Elemente automatisch der neuen Position an.

Die Weihnachtskarte sieht nun so aus:

Tipp: Den Stern über und die im Tannenbaum lassen sich auch einfach erstellen, indem ihr einen Christman-Font herunterladet, in denen einzelnen Buchstaben Flocken und Sterne sind. Diese sind dann auch vektorisiert und können leicht ins Bild eingearbeitet werden.

Textelemente einfügen

Jetzt werden die Textinhalte gesetzt. Da es jeden frei überlassen ist, wie die Karte genutzt wird, ob als Weihnachtsgruß, oder als Plakat für ein Weihnachtskonzert oder dergleichen, habe ich hier einen Platzhaltertext mit einem Gedicht von Joseph von Eichendorff genommen.

Es bietet sich wieder an, eine neue Layoutebene zu erstellen, die den Textelementen im Dokument vorbehalten bleibt. Mit dem Textwerkzeug (T) ziehe ich nun einen Rahmen und schreibe meinen Text hinein. Über Textformatierungen kann ich diesen verändern.

Font – Überschrift:

– Christman on Crack

Font – Haupttext:

– Myriad Pro

PDF-Export

Als letztes kann ich mein Dokument exportieren zu einer PDF-Datei. Hier gehe ich auf Datei => Adobe PDF-Vorgaben => PDF/X-4:2007.

Es ist jetzt nur noch wichtig, die Beschnittzugabe berücksichtigen zu lassen. Dafür gehe ich unter „Marken und Anschnitt“ und aktiviere die Beschnittzugabeeinstellungen des Dokumentes.

Mit „Exportieren“ kann ich den PDF-Export ausführen.

Mit einer Dateigröße von 484 kb bei einem Seitenformat A3 in bester Druckqualität und 62 kb bei gleicher Größe in der Webansicht ist ein auf Vektoren basierender Flyer unschlagbar.

Die Weihnachtsgrußkarte sieht im Ergebnis so aus. Mit diesem Motiv lassen sich, hoffe ich, viele Verwendungen finden:

PDF-Ansicht: Weihnachtsgrußkarte

Es soll ein Beispiel/Anregung sein, wie mit Adobe InDesign Flyer, Plakate und Grußkarten gestaltet werden können ohne Zuhilfenahme eines weiteren Programms. Dank der Effekte-Palette, die stark an die Fülloptionen und Füllmethoden von Adobe Photoshop erinnert, stehen dem Designer viele Techniken und Möglichkeiten zur Verfügung, die dem Gestaltungsprozess sehr zugute kommen .

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