Voreinstellungen in Adobe InDesign – Teil 2: Allgemein

Im Register Allgemein im Voreinstellungen-Dialog von Adobe InDesign sind die Verhaltensregeln

  • für die Seitennummerierung,
  • für das Laden und Einbetten von Schriftarten sowie
  • für die Objektbearbeitung

steuerbar.

Unter Seitennummerierung stehen Abschnittsnummerierung und Absolute Nummerierung zur Auswahl. Der Unterschied zwischen beiden besteht darin, dass bei einer absoluten Nummerierung die Seitenziffern immer bei 1 im Seiten-Bedienfeld beginnen, während sich bei der Abschnittsnummerierung die Seitenziffer immer an der tatsächlichen Druckbogenseitenziffer orientiert.

Voreinstellungen in Adobe InDesign – Teil 2: Allgemein

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Kleines Beispiel: Das Commag, Online-Magazin für Bildbearbeitung von PSD-Tutorials.de, wird grundsätzlich in einer Buchdatei zusammengefasst. Jeder Redakteur arbeitet seinen jeweiligen Part in einer INDD-Datei der finalen (Buch-)Datei zu. Da kann es für den Einzelnen Sinn ergeben, dass der Redakteur eine absolute Seitennummerierung wählt. So hat er im Seitenbedienfeld immer eine Nummerierung beginnend von 1 und hat damit eine kleine Erleichterung, wenn der Artikel auf eine bestimmte Seitenanzahl festgelegt wird. Wichtig ist dann aber, dass in dem INDB-Dokument alle Layoutdateien wieder eine einheitliche Seitennummerierung haben.

Voreinstellungen in Adobe InDesign – Teil 2: Allgemein

Bei der Abschnittsnummerierung erfolgt die Nummerierung immer, wie sie auch im exportierten PDF-Dokument später sein wird und wie sie in der Seitenummerierung direkt im Druckbogen zu sehen ist. Da kann es also sein, dass eine INDD, die in der Mitte des Commags liegt, bei Seite 43 mit der Nummerierung im Seitenbedienfeld beginnt.

Wer keine spezifischen, auf eine feste Seitenanzahl festgelegten Layoutaufgaben wahrnimmt und die schnelle Kontrolle über die aktuelle Seitenanzahl benötigt, sollte die Standardeinstellung bei Abschnittsnummerierung belassen.

Beim PDF-Export werden Schriftarten eingebettet, damit die PDF auch vom Schriftbild her richtig angezeigt wird – auch wenn der Computer, der die PDF-Datei geöffnet hat, diese Schriftart nicht installiert hat. OpenType- und TrueType-Schriften können sehr umfangreich sein und beinhalten aufgrund der länderspezifischen Apostrophe unzähliche Schmuck- und Sonderzeichen.

Beispiel der Glyphen für Myriad Pro. Das Glyphen-Bedienfeld rufe ich auf mit dem Shortcut Alt+Shift+F11 oder über das Menü Fenster>Schrift und Tabellen>Glyphen.

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Die Glyphenanzahl kann bis weit in die Tausende gehen. Eine Glyphe ist nach der Definition von Wikipedia “die grafische Darstellung eines Schriftzeichens, zum Beispiel eines Buchstabens, eines Silbenzeichens, einer Ligatur oder eines Buchstabenteils. Die Glyphe bildet dabei eine in sich grafische Einheit.” Oder anders gesagt: Glyphen sind unterschiedliche Darstellungen des gleichen Zeichens.

Da beim Einbetten der ganze Schwung an Glyphen mit in die Datei fließen würde, würde die Dateigröße unnötig anschwellen.

Beispielsweise bietet die Times New Roman allein zur Interpunktion Hunderte Glyphen. Daher ergibt es Sinn, bei mehr als 2000 Glyphen automatisch eine Untergruppe anlegen zu lassen, die die tatsächlich verwendeten Glyphen ausgibt. Dadurch begrenzt sich die Dateigröße auf das reale Maß und wird nicht unnötig aufgebläht.

Voreinstellungen in Adobe InDesign – Teil 2: Allgemein

Im Feld Objektbearbeitung findet sich eine voraktivierte Checkbox, die das Auswählen von gesperrten Objekten verhindert. Das ergibt Sinn, denn oft habe ich Grafiken, deren genaues Aussehen im Dokument statisch sein soll. Mit der aktivierten Checkbox stelle ich sicher, dass beim Layouten gesperrte Seitenelemente nicht aus Versehen verändert werden. Ist die Checkbox deaktiviert, können gesperrte Objekt zwar nicht in der Position verschoben werden, aber Änderungen in der Flächen- und Konturfarbe, der Transparenz sowie der Konturstärke sind möglich.

Mit dem Shortcut Strg+L, über das Seitenbedienfeld (Schlosssymbol) oder über Rechtsklick>Sperren kann ich Objekte sperren. Nun können diese – dank der aktivierten Checkbox in den Voreinstellungen – nicht mehr ausgewählt werden. Entsperren lassen sie sich über das Ebenenbedienfeld, indem ich einfach das Schloss zum Entsperren des Seitenelements anklicke.

Beispiel: Das Lehrprogramm-Zeichen im DVD-Cover für unsere Lern-DVDs muss immer genau an dieser Stelle platziert sein. Es darf nicht verschoben werden, darf keine Kontur oder andere Effekte erhalten. Daher ist dieses Element gesperrt und kann dank der voraktivierten Checkbox für Auswählen von gesperrten Objekten verhindert auch gar nicht erst ausgewählt werden.

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Beim Skalieren kann die Standardeinstellung Auf Inhalt anwenden bestehen bleiben. Sie besagt, dass sich beim Skalieren eines Rahmens – beispielsweise eines Textrahmens über das Steuerungsbedienfeld oder über das Menü Objekt>Transformieren – der Inhalt des Rahmens mit anpasst. Beide Werte, also sowohl Rahmen als auch Inhalt, sind nach dem Skalieren als 100 Prozent angegeben.

Mit dem Aktivieren des Radiobuttons Skalierungsprozentsatz anpassen wird nach dem Skalieren der Rahmen mit dem jeweiligen neuen Skalierungsprozentsatz angezeigt. Die Textgröße erhält zwei Werte: den ursprünglichen und in Klammern den neuen, aktuell angezeigten. Damit bewahrt sich der Anwender immer noch die ursprünglichen Informationen zu einem Seitenelement.

In diesem Beispiel habe ich den Textrahmen skaliert. Die ehemals 24 Punkt große Schrift hat jetzt nur noch 22 Punkt.

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InDesign gibt dem Anwender gelegentlich Warnhinweise, die mit der Checkbox Nicht wieder anzeigen unterdrückt werden können. Mit dem Button Alle Warndialogfelder zurücksetzen kann ich die nicht mehr angezeigten Warnhinweise wieder anzeigen lassen, sofern InDesign Probleme in einer Datei oder bei einer getroffenen Einstellung erkennt.

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